Forderung wegen hoher PreiseLandwirtschaftsminister Rainer will EU-Importzölle auf Dünger wegen Iran-Krieg abschaffen

Angesichts der hohen Düngerpreise infolge des Iran-Kriegs hat sich Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer für eine Abschaffung der europäischen Importzölle ausgesprochen.
Deutschland setze sich "auf EU-Ebene ein, um die Kosten zu senken", sagte Rainer am Rande eines Treffens mit seinen EU-Kollegen am Montag in Luxemburg. Die EU-Kommission hatte bereits vor dem Krieg eine Abschaffung der Zölle auf bestimmte Düngemittel vorgeschlagen.
Die älteren Vorschläge betreffen stickstoffbasierte Düngemittel wie Harnstoff und deren Ausgangsstoffe aus allen Ländern mit Ausnahme von Russland und Belarus. Für Einfuhren aus diesen beiden Staaten gelten hohe Strafzölle, insbesondere Russland gehört traditionell aber zu den wichtigsten Düngerlieferanten der europäischen Landwirtschaft. Mit der Zollabschaffung für alle anderen Länder wollte Brüssel die Bauern entlasten und die Abhängigkeit von Russland verringern.
Mit dem Iran-Krieg kommt eine weitere Belastung hinzu, denn auch die Länder der Golfregion sind wichtige Düngemittel-Hersteller. Hier wird fast ein Viertel des weltweiten Ammoniaks und Schwefels produziert und ein Drittel des Harnstoffs. Die Harnstoff-Preise waren im ersten Monat des Krieges nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) um mehr als 40 Prozent gestiegen.
Zu den wichtigsten Lieferanten für die europäische Landwirtschaft zählen außerdem die nordafrikanischen Staaten Algerien, Marokko und Ägypten. Für sie sind im Rahmen eines Freihandelsabkommens bereits alle Zölle aufgehoben.