Laut UN-Angaben Mindestens 42 Zivilisten starben seit Eskalation zwischen Afghanistan und Pakistan

Mindestens 42 Zivilisten sind nach UN-Angaben seit der Eskalation des Konflikts zwischen Afghanistan und Pakistan vor knapp einer Woche getötet worden
104 weitere Zivilisten seien zudem zwischen dem 26. Februar und dem 2. März verletzt worden, teilte die Afghanistan-Hilfsmission der Vereinten Nationen (UNAMA) am Dienstag mit. Gründe seien sowohl indirekter Beschuss bei grenzüberschreitenden Gefechten als auch Luftangriffe gewesen. Die Zahlen seien vorläufig. Die Kämpfe gingen unterdessen nach afghanischen Angaben weiter. Beide Seiten haben für sich reklamiert, seit Beginn des Konflikts zahlreiche Soldaten des Gegners getötet zu haben. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.
UNAMA rief zum Stopp der Kämpfe auf. Wegen der Gewalt seien schätzungsweise Tausende vertrieben worden. Die Lage für die Bevölkerung habe sich verschärft, zumal viele Afghanen noch immer unter den Folgen schwerer Erdbeben im August und September litten. Bei den Erdstößen kamen mehr als 1400 Menschen ums Leben. Durch die Gefechte sei zudem die Bewegungsfreiheit im Grenzgebiet eingeschränkt, erklärte UNAMA. Dies behindere Hilfsorganisationen massiv dabei, lebensrettende Unterstützung in die am stärksten betroffenen Gebiete zu bringen.
Hintergrund der schwersten militärischen Konfrontation zwischen den beiden südasiatischen Nachbarstaaten seit Jahren ist vor allem der Vorwurf Pakistans, dass die seit 2021 wieder in Kabul herrschenden Taliban pakistanischen Extremisten Unterschlupf bieten. Die Taliban weisen das zurück. In der vergangenen Woche starteten sie nach eigenen Angaben Vergeltungsschläge auf pakistanische Einrichtungen, nachdem Pakistan militante Gruppen in Afghanistan angegriffen hatte.