Ansturm auf CeutaMarokko macht Falschinformationen für Migrantenansturm verantwortlich

Marokko hat Falschinformationen in den sozialen Medien für den massiven Ansturm von Migranten auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta verantwortlich gemacht.
Zudem sei ein Urteil eines spanischen Gerichts, das die sofortige Rückführung von auf See abgefangenen Migranten verbiete, falsch interpretiert worden, teilte das marokkanische Innenministerium am späten Sonntagabend mit. Die Erklärung deckt sich mit den Äußerungen des spanischen Außenministeriums zu dem Thema.
Die marokkanischen Behörden bezifferten allerdings die Zahl der an dem Ansturm vom Donnerstag Beteiligten auf 40.000. Spanien hatte von mehr als 50.000 gesprochen. Zudem wurden nach marokkanischen Angaben 1135 Personen daran gehindert, nach Melilla zu gelangen, einer weiteren spanischen Enklave. Die Zahl der Menschen, die bei dem Ansturm starben, bezifferte Marokko auf 11. Die meisten von ihnen seien ertrunken. Berichte über Todesfälle von der anderen Seite der Grenze würden derzeit auf ihre Richtigkeit überprüft. In der Erklärung wurde erneut bekräftigt, dass Marokko sich der Bekämpfung der illegalen Migration verpflichtet fühle, und es wurde eine gemeinsame Lastenteilung bei der Steuerung der Migration gefordert.
Spanien hatte die Zahl der Menschen, die bei dem Ansturm starben, am Sonntag mit 72 beziffert. Der Vertreter der spanischen Regierung in Ceuta, Miguel Angel Perez, erklärte, zudem seien mehr als 1000 Menschen medizinisch versorgt worden. Einige Migranten ertranken den spanischen Behörden zufolge und andere wurden erdrückt, als sie versuchten, eine Wellenbrecheranlage und den Grenzzaun zu überklettern. Viele der Menschen waren durch wirtschaftliche Not zur Migration getrieben und durch Gerüchte in den sozialen Medien dazu ermutigt worden, auf spanisches Gebiet und damit in die EU zu gelangen. Nahezu alle Menschen, die am Donnerstag nach Ceuta gelangten, sind nach spanischen Angaben inzwischen wieder in Marokko.