Auch in diesem JahrMehr als zwei Drittel der 40 Dax-Konzerne halten Hauptversammlungen im virtuellen Format ab

Mehr als zwei Drittel der 40 Dax-Konzerne halten ihre Hauptversammlungen auch in diesem Jahr im virtuellen Format ab. Nur elf Unternehmen haben ihre Aktionäre bisher zu Präsenz-Hauptversammlungen eingeladen, wie aus einer Auswertung der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht. Drei Unternehmen sind vom Online- zum Präsenz-Format zurückgekehrt, darunter die Münchener Rück, die am Donnerstag rund 2000 Anteilseigner in der Münchner Messe begrüßte - zum ersten Mal seit 2019.
"Toll, dass sie sich das getraut haben. Sie haben keine Angst vor ihren Aktionären", lobte Daniela Bergdolt von der Aktionärsvereinigung DSW. Drei Konzerne gingen den umgekehrten Weg und verzichten auf eine Einladung ihrer Aktionäre in eine große Sport- oder Messehalle.
Der Autobauer Volkswagen hatte seine Aktionäre im vergangenen Jahr in Berlin empfangen. Proteste und Zwischenfälle störten die Hauptversammlung allerdings massiv. Eine aus dem Zuschauerraum geworfene Torte verfehlte nur knapp den Großaktionär Wolfgang Porsche. In diesem Jahr halten sowohl Volkswagen als auch die Sportwagen-Tochter Porsche AG ihre Aktionärstreffen online ab. Auch der Baustoffhersteller Heidelberg Materials wechselt von der Präsenz- zur virtuellen Hauptversammlung.
Wie die Münchener Rück kehren auch der Autozulieferer Continental und der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius dem virtuellen Format den Rücken und haben in Kongresszentren in Hannover und Frankfurt eingeladen. Die Treue halten der Präsenz-Versammlung Adidas, BASF, die Deutsche Post, die Deutsche Telekom, Henkel, SAP und Symrise sowie Airbus, deren Aktionärstreffen traditionell in den Niederlanden stattfindet. Qiagen - ebenfalls mit Sitz in den Niederlanden - und Volkswagen-Großaktionär Porsche SE haben bisher noch nicht zur Hauptversammlung 2024 eingeladen.