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Heikle Zusammentreffen vermeidenNato erwägt Ende der jährlichen Gipfeltreffen

27.04.2026, 19:28 Uhr
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Präsident Donald Trump und Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Januar 2026 (Archivbild). (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die Nato erwägt Insidern zufolge, ihre Gipfeltreffen künftig nicht mehr jährlich abzuhalten.

Damit könnte das Bündnis ein möglicherweise heikles Zusammentreffen mit US-Präsident Donald Trump in dessen letztem Amtsjahr vermeiden. Sechs mit den Vorgängen vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters, dass einige Mitgliedstaaten auf einen längeren Turnus drängten. Einem Diplomaten zufolge könnte das für 2027 in Albanien geplante Treffen im Herbst stattfinden. Im Jahr 2028 - Trumps letztem vollen Kalenderjahr im Amt - könnte der Gipfel ganz entfallen. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Sie müsse von Nato-Generalsekretär Mark Rutte getroffen werden.

Neben dem Faktor Trump nannten die Insider weitere Gründe für die Überlegungen. Einige Diplomaten und Analysten argumentieren seit Längerem, dass jährliche Gipfel den Druck erhöhten, aufsehenerregende Ergebnisse zu liefern, und von der langfristigen Planung ablenkten. "Lieber weniger Gipfel als schlechte Gipfel", sagte ein Diplomat. Ein Nato-Vertreter teilte auf Anfrage mit, das Bündnis werde weiterhin regelmäßige Treffen der Staats- und Regierungschefs abhalten. Zwischen den Gipfeln würden die Alliierten zudem ihre Konsultationen und Planungen fortsetzen.

In der 77-jährigen Geschichte der Allianz fanden die Spitzentreffen unterschiedlich häufig statt. Seit 2021 kamen die Staats- und Regierungschefs jedoch jeden Sommer zusammen. In diesem Jahr ist das Treffen für den 7. und 8. Juli in Ankara geplant.

Unter Trump haben die USA die übrigen 31 Nato-Mitglieder wiederholt scharf kritisiert. Zuletzt warf der Präsident einigen Verbündeten vor, die USA im Krieg gegen den Iran nicht ausreichend zu unterstützen. Nachdem die Alliierten in diesem Konflikt die von ihm geforderte Hilfe nicht zugesagt hatten, stellte Trump offen infrage, ob die USA an der Nato-Beistandsverpflichtung festhalten sollten, und brachte einen Austritt ins Spiel. Beim Gipfel im vergangenen Jahr in Den Haag hatte er gefordert, die Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen. Die Mitgliedstaaten einigten sich schließlich auf 3,5 Prozent für die Kernverteidigung und 1,5 Prozent für sicherheitsrelevante Investitionen. Dass das Treffen ohne größere Eklats endete, wurde als Erfolg gewertet.

Quelle: ntv.de, RTS

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