Erste Wahl nach UnruhenNepalesen wählen neues Bundeparlament - Politischer Neustart?

Junge Parteien, prominente Kandidaten und viele Erstwähler: Nepals Parlamentswahl gilt als entscheidender Test für Demokratie und politischen Neuanfang im Himalaya-Staat.
Die Menschen in Nepal wählen an diesem Donnerstag ein neues Bundesparlament. Es ist die erste Wahl in dem Himalaya-Staat nach den tödlichen Unruhen vor sechs Monaten, die zum Rücktritt des damaligen Regierungschefs Khadga Prasad Sharma Oli führten. Die vorgezogene Wahl zum Unterhaus hat eine große richtungsweisende Bedeutung. Zugleich gilt sie als Test für den Einfluss der jüngeren Wähler.
Eine Sperrung von etlichen Social-Media-Plattformen hatte im September in Nepal Zehntausende, meist jüngere Menschen auf die Straße getrieben. Sie prangerten zudem weit verbreitete Korruption und Vetternwirtschaft an. Im Zuge der Unruhen kamen mehr als 70 Menschen ums Leben.
Fast 19 Millionen Menschen sind wahlberechtigt. Eine Voraussage zum Wahlausgang gilt als schwierig. Dem früheren Bürgermeister der Hauptstadt Kathmandu, Balendra Shah, werden aber gute Chancen eingeräumt, nächster Premierminister des Landes zu werden. Er geht als Spitzenkandidat für die relativ junge zentristische Rastriya Swatantra Party ins Rennen. Ihre größten Rivalen sind die früheren Regierungsparteien Nepali Congress und die Kommunistische Partei Nepals (Vereinigte Marxisten-Leninisten).
Es geht um die Verteilung von 275 Sitzen. Neben den 165 Direktmandaten werden 110 Sitze nach dem proportionalen Stimmenanteil an Listenkandidaten vergeben. Mit ersten Ergebnissen wird frühestens am Freitag gerechnet.