Rund 83 Milliarden Euro UmsatzOnline-Handel in Deutschland wächst weiter – Temu, Shein und Aliexpress immer einflussreicher

Der deutsche Online-Handel ist 2025 etwas stärker gewachsen als erwartet. Der Bruttoumsatz mit Waren stieg um 3,2 Prozent auf 83,1 Milliarden Euro und übertraf damit die ursprüngliche Prognose von plus 2,5 Prozent, wie der Branchenverband bevh mitteilte.
Erstmals seit 2021 legten die Erlöse damit wieder in allen Quartalen zu. Der Umsatz mit digitalen Dienstleistungen wie Reisen, Flügen und Kinotickets wuchs um 7,3 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro. Für dieses Jahr rechnet der Verband mit 3,8 Prozent Wachstum im Waren-Geschäft. Anbieter aus China wie Temu, Shein und Aliexpress sichern sich derweil immer größere Stücke vom Kuchen. Jede 15. Bestellung im Internet wird bei einer der großen Plattformen aus Asien gemacht. Vom Wachstum des gesamten E-Commerce mit Waren entfiel 2025 laut bevh 30 Prozent auf den Zuwachs chinesischer Plattformen.
"Der Online-Handel ist ein seltener Lichtblick in der deutschen Wirtschaft", sagte bevh-Präsident Gero Furchheim. Die Menschen konsumierten auch in unsicheren Zeiten - und dies digital. Geopolitische Konflikte und die kritische Lage deutscher Schlüsselindustrien schränkten jedoch ein stärkeres Wachstum ein. "Insgesamt wird der E-Commerce sich aber deutlich besser entwickeln als der traditionelle Einzelhandel", sagte Furchheim. Die Kauflaune der Verbraucher zeigte sich dabei robust. So blieb der Anteil der sogenannten Viel-Käufer stabil. Gut jeder dritte Kunde in Deutschland bestellte durchschnittlich zweimal wöchentlich oder öfter Waren online. Der Bestellwert stieg im Schnitt um rund zwei Euro auf 146,19 Euro.
Getragen wurde das Wachstum von mehreren Waren-Kategorien. Besonders stark legten die Umsätze mit Medikamenten (plus sechs Prozent), Lebensmitteln (plus 5,5 Prozent) und Tierbedarf (plus fünf Prozent) zu. Auch die für die Branche wichtigen Bereiche Mode sowie Möbel und Dekoration verzeichneten ein deutliches Plus. Der Handel mit Elektronik und Telekommunikation wuchs mit 1,4 Prozent hingegen unterdurchschnittlich.
Eine wesentliche Verschiebung zeigte sich bei den Vertriebswegen. Am stärksten wuchsen die Umsätze auf Online-Marktplätzen wie Amazon oder Ebay mit 4,9 Prozent. Einen überproportionalen Anteil daran hatten Plattformen chinesischer Herkunft wie Shein, Temu und AliExpress. Ihr Umsatz wuchs um 27,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Die EU will allerdings die Flut von Billig-Paketlieferungen chinesischer Anbieter eindämmen und damit gegen mangelnde Qualitätsstandards vorgehen. Ab Juli 2026 soll für jedes in der Europäischen Union eingeführte Paket mit einem Warenwert von bis zu 150 Euro eine Abgabe von drei Euro gelten.