Aktie gestiegenPalantir erhöht Umsatzprognose erneut – 93 Prozent Wachstum im zweiten Quartal

Der US-Datenanalyse-Spezialist Palantir hat dank einer starken Nachfrage von Regierungs- und Firmenkunden erneut seine Jahresumsatzprognose angehoben.
Die Aktien des Unternehmens stiegen im nachbörslichen Handel um acht Prozent. Im abgelaufenen zweiten Quartal kletterte der Umsatz den Angaben vom Montag zufolge um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von 1,80 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 41 Cent ebenfalls über den Schätzungen von 35 Cent. Für das Gesamtjahr rechnet Palantir nun mit einem Umsatz zwischen 8,15 und 8,16 Milliarden Dollar, nachdem vor 7,65 bis 7,66 Milliarden. Auch die Prognose für das dritte Quartal fiel mit 2,16 bis 2,164 Milliarden Dollar höher aus als von Experten erwartet hatten.
"Unser Geschäft wächst mit einer Geschwindigkeit und in einem Ausmaß, wie wir es noch nie zuvor erlebt haben", erklärte Palantir-Chef Alex Karp in einem Brief an die Aktionäre. Das Kerngeschäft in den USA expandiere weiterhin in einem rasanten Tempo. Entsprechend hob Palantir auch die Jahresprognose für den kommerziellen US-Umsatz auf mehr als 3,42 Milliarden Dollar an. Zugleich profitiert der Konzern von geopolitischen Unsicherheiten und der Modernisierung von Streitkräften. Regierungen investieren verstärkt in fortschrittliche Verteidigungstechnologien wie die KI-gestützte Gefechtsfeld-Software von Palantir. Einem Reuters-Bericht zufolge arbeitet das Unternehmen zudem mit dem Rüstungs-Start-up Anduril an Software für die von US-Präsident Donald Trump geplante Raketenabwehr-Initiative Golden Dome.
In Europa stößt Palantir dagegen zunehmend auf Skepsis, da Regierungen eine zu große Abhängigkeit von US-Technologieplattformen befürchten. Palantir geht derzeit juristisch gegen die Entscheidung vor, einen auf zwei Jahre angelegten Vertrag mit der Londoner Polizei im Volumen von 67,15 Millionen Dollar zu blockieren. Dabei ging es um den Einsatz von KI-Systemen zur Automatisierung bestimmter Aufgaben und zur Beweisanalyse bei strafrechtlichen Ermittlungen.