Stärkung der Nato-OstflankePistorius sieht Verpflichtung für Litauen-Brigade als Möglichkeit

Die Bundeswehr will für ihre Brigade in Litauen notfalls auch Soldatinnen und Soldaten verpflichten.
Zwar gehe man weiterhin davon aus, dass sich die große Mehrheit freiwillig für den Dienst in dem baltischen Nato-Land melde, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) im ARD-"Bericht aus Berlin". Aber es werde wahrscheinlich einen Prozentsatz geben, den man verpflichten müsse. "Das ist dann die Frage der Einsatzbereitschaft vor Ort an der Ostflanke", sagte Pistorius. "Entscheidend ist für mich, dass die Brigade am Ende steht und ihren Auftrag erfüllen kann."
Engpässe könnten vor allem in Spezialbereichen wie Technik, Logistik oder der ABC-Abwehr entstehen. Dort sei der Kreis möglicher Bewerber deutlich kleiner als bei den Kampftruppen. Sollten die Freiwilligenzahlen nicht ausreichen, gebe es zunächst Personalgespräche. "Und im Zweifel wird dann auch eine Verpflichtung ausgesprochen", sagte Pistorius.
Deutschland baut in Litauen dauerhaft eine Brigade auf, die rund 5.000 Angehörige umfassen soll. Sie gilt als zentrales Projekt zur Stärkung der Nato-Ostflanke und soll im Fall einer Bedrohung zur Abschreckung und Verteidigung des Bündnisgebiets beitragen.