Krise spitzt sich zuRepublik Moldau will nach Kappung einer wichtigen Stromverbindung Notstand ausrufen

Nach der Kappung einer wichtigen Stromverbindung hat die Republik Moldau angekündigt, einen Notstand für den Energiesektor des Landes erklären zu wollen.
Dies sei "keine Maßnahme, die aus Panik, sondern aus Verantwortungsbewusstsein heraus getroffen wird", erklärte Regierungschef Alexandru Munteanu. Demnach schlug die Regierung in einer Dringlichkeitssitzung vor, den Notstand für 60 Tage auszurufen. Grund für die Trennung der Leitung sind nach moldauischen Angaben russische Luftangriffe in der Ukraine.
Zustimmen muss nun noch das moldauische Parlament, das am Dienstagnachmittag zusammenkommen sollte. Zudem appellierten die Behörden am Dienstag an die Bevölkerung, "in Spitzenzeiten sparsam mit Energie umzugehen, um eine Überlastung der Stromnetze zu vermeiden".
Hintergrund ist, dass die frühere Sowjetrepublik Strom aus dem benachbarten EU-Mitgliedsland Rumänien importiert, insbesondere über eine Stromleitung, die auch durch den Süden der Ukraine verläuft. Wie die moldauische Staatspräsidentin Maia Sandu am Dienstag im Onlinedienst X mitteilte, wurde die "wichtigste Stromverbindung" des Landes nach Europa allerdings unterbrochen - die Verantwortung dafür trage Russland, kritisierte sie.
Zwar gibt es nach moldauischen Angaben auch alternative Stromleitungen nach Rumänien. Die Lage sei aber dennoch "kritisch", erklärte Sandu. Die Hauptstadt Chisinau und weitere Städte waren am Dienstag mehrere Stunden ohne Strom.
Massive Stromausfälle hatte es in der Republik Moldau ebenso wie in der Ukraine bereits Ende Januar gegeben. Nach Angaben der Regierung in Kiew war dafür eine "technische Störung" verantwortlich, die an den Hauptstromleitungen zwischen Rumänien, Moldau und der Ukraine aufgetreten sei. Moldau produziert zwar auch eigenen Strom, importiert diesen aber auch, hauptsächlich aus Rumänien.