Abhängigkeit verringernRussisches Parlament beschließt höhere Einkommensteuer für Reiche

Das russische Parlament hat höhere Einkommensteuern für Wohlhabende beschlossen. Duma und Föderationsrat billigten ein entsprechendes Gesetz, das jetzt noch von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet werden muss.
Das Gesetz sieht eine Steuerprogression vor. Bis zu einem Jahreseinkommen von 2,4 Millionen Rubel (rund 25 300 Euro) liegt der Steuersatz bei 13 Prozent. Danach steigt er auf maximal 22 Prozent, die ab einem Einkommen von 50 Millionen Rubel fällig werden. Nach Angaben Putins sollen maximal 3,2 Prozent der russischen Steuerzahler künftig mehr abführen müssen. Die Unternehmensteuersatz steigt von 20 auf 25 Prozent. Insgesamt soll die Reform dem Fiskus 2025 schätzungsweise 2,6 Billionen Rubel zusätzlich einbringen.
Der Chef der Beratungsfirma Macro-Advisory, Chris Weafer, beschrieb das Steuergesetz als Teil des Versuchs der russischen Regierung, die starke Abhängigkeit von Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu verringern. "Die Regierung versucht, die Steuerbasis zu erweitern, um sie weniger abhängig von externen Faktoren und dadurch sicherer zu machen, indem sie die Orientierung so gut wie möglich auf inländische Quellen verlagert", sagte er.
Putin hatte 2001 nach seiner ersten Wahl zum Präsidenten eine Pauschalsteuer von 13 Prozent eingeführt, um die weit verbreitete Steuerhinterziehung zu bekämpfen und die Staatseinnahmen zu steigern. Im Jahr 2021 änderte Russland das System. Seither zahlen Menschen mit einem Jahreseinkommen vom mehr als fünf Millionen Rubel für alle Einkünfte, die über diesem Betrag liegen, 15 Prozent Einkommensteuer.