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"Idioten, der auf eine Mine getreten ist"Russland verurteilt Komiker wegen Kriegsveteranen-Witz zu sechs Jahre Straflager

04.02.2026, 17:35 Uhr
Die-russische-Flagge-weht-auf-dem-Dach-der-Russischen-Botschaft-in-Berlin
Die russische Flagge weht auf dem Dach der Russischen Botschaft in Berlin (Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

In Russland ist ein Komiker unter anderem wegen eines Witzes über einen Kriegsveteranen zu fast sechs Jahren Straflager verurteilt worden.

In Russland ist ein Komiker unter anderem wegen eines Witzes über einen Kriegsveteranen zu fast sechs Jahren Straflager verurteilt worden. Ein Moskauer Gericht befand den Stand-up-Comedian Artemi Ostanin am Mittwoch wegen "Anstiftung zum Hass" sowie wegen "Beleidigung von Gläubigen" im Zusammenhang mit einem anderen Witz über Religion für schuldig. Die Gesamtstrafe belaufe sich auf fünf Jahre und neun Monate Haft in einer Strafkolonie, zitierte die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti die Richterin Olesja Mendelejewa.

Der Komiker wurde zudem zu einer Geldstrafe in Höhe von 300.000 Rubel (umgerechnet etwa 3300 Euro) verurteilt. Bei einer Stand-up-Show im März 2025 hatte Ostanin einen Witz über einen Kriegsveteranen erzählt: Er sei in der U-Bahn von einem "beinlosen Skateboarder" angerempelt worden, einem "Idioten, der auf eine Mine getreten ist", sagte Ostanin, ohne die Ukraine oder den dortigen Konflikt direkt zu erwähnen.

Kreml-treue Medien verbreiteten ein Video des Witzes online und riefen dazu auf, den Komiker wegen Beleidigung eines im Krieg gegen die Ukraine verletzten russischen Soldaten zu bestrafen. Der 29-jährige Ostanin bestritt, dass sich der Witz auf Veteranen der "militärischen Spezialoperation" bezogen habe - wie Moskau den Krieg in der Ukraine nennt. "Ich hoffe, niemand gerät jemals in die gleiche Situation wie ich, in der ich Opfer brutaler Rechtsverletzungen wurde", sagte er in seinem Schlussplädoyer vor Gericht, wie die unabhängige russischen Nachrichtenseite Sota berichtete.

Nach seiner Festnahme im vergangenen Jahr hatten die russischen Behörden Ostanin auf ihre Liste von "Terroristen" und "Extremisten" aufgenommen - Bezeichnungen, die Moskau regelmäßig verwendet, um abweichende Meinungen zu unterdrücken und Gegner ins Visier zu nehmen. Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Februar 2022 hat der Kreml sein hartes Vorgehen gegen Kritiker noch einmal verstärkt.

Quelle: ntv.de, afp

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