Einkaufsmanagerindex gefallenS&P Global: Deutsche Wirtschaft schrumpft im April

Im Sog des Iran-Krieges ist die deutsche Wirtschaft einer Umfrage zufolge erstmals seit knapp einem Jahr wieder geschrumpft.
Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - sank im April auf 48,3 Punkte, nach 51,9 Zählern im März. Das teilte der Finanzdienstleister S&P Global am Donnerstag zu seiner monatlichen Unternehmensumfrage mit. Damit sank das an den Finanzmärkten stark beachtete Barometer unter die Wachstumsschwelle von 50 und fiel auf ein 16-Monatstief. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 51,2 Punkte gerechnet. "Die Erholung der deutschen Wirtschaft wurde durch den Krieg im Nahen Osten abrupt gestoppt", erklärte Phil Smith, Ökonom bei S&P Global Market Intelligence.
Die zehnmonatige Wachstumsphase endete im April, da die Geschäftstätigkeit vor dem Hintergrund erhöhter Unsicherheit und stark steigender Preise zurückging, wie der Experte erläuterte. Einen herben Rückschlag gab es bei den Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist, die ins Negative drehten. Die Beschäftigung nahm derweil aufgrund des mangelnden Kapazitätsdrucks fast genauso stark ab wie im Vormonat.
Die Industrie konnte sich allerdings im Wachstumssektor halten: Das Barometer sank jedoch um einen vollen Zähler auf 51,2 Punkte. Im Verarbeitenden Gewerbe stiegen Produktion und Aufträge zwar leicht, doch mehren sich nach Ansicht von Smith die Warnsignale, dass auch dieser Sektor bald wieder ins Minus rutschen könnte: Sowohl das Produktions- als auch das Umsatzwachstum haben sich demnach stark verlangsamt und der Ausblick für das kommende Jahr fällt bei den Herstellern inzwischen sogar pessimistisch aus.