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Wegen Untreue in vier FällenSigna-Insolvenz: Berliner Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

07.07.2026, 13:52 Uhr
Die-Signa-Insolvenz-hatte-besonders-in-Berlin-wirtschaftliche-Auswirkungen
(Foto: Jens Kalaene/dpa)

Im Zusammenhang mit der Insolvenz des Signa-Konzerns hat die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage gegen vier ehemalige Beschäftigte des österreichischen Unternehmens erhoben.

Einem 50-Jährigen werde Untreue in vier Fällen vorgeworfen, drei weiteren Angeschuldigten Beihilfe dazu, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Es geht um mutmaßliche Transfers von insgesamt mehr als acht Millionen Euro zwischen verschiedenen Gesellschaften der Signa-Gruppe, ohne das die Darlehensgeber davon wussten.

Der 50-Jährige war 2023 als Vertretungsberechtigter für eine als Teil des Signa-Konzerns zur Entwicklung einer Immobilie gegründeten Gesellschaft eingesetzt worden, wie die Staatsanwaltschaft ausführte. Die Gesellschaft erhielt dann mehrere zweckgebundene Darlehen in Höhe von insgesamt zehn Millionen Euro. 8,4 Millionen Euro davon übertrug der Angeschuldigte in vier Überweisungen und ohne Kenntnis der Darlehensgeber an andere Signa-Gesellschaften.

Die anderen Angeklagten im Alter von 45, 42 und 39 Jahren waren laut Staatsanwaltschaft helfend daran beteiligt. Alle vier haben sich demnach nicht zu den Vorwürfen geäußert. "Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens hat nun eine Wirtschaftsstrafkammer zu entscheiden", erklärte die Behörde.

Der 50-Jährige war im März vorläufig festgenommen worden, kam gegen strenge Meldeauflagen aber wieder frei. Das Berliner Landeskriminalamt wertete nach eigenen Angaben für die Ermittlungen mehrere Millionen E-Mails und weitere Unterlagen aus und befragte zahlreiche Zeugen. Die Berliner Ermittler hätten sich auch intensiv mit den Staatsanwaltschaften in München und Wien ausgetauscht.

Signa war von dem österreichischen Unternehmer René Benko gegründet worden. Benko hatte mit dem Kauf von Immobilien ein Millionenvermögen angehäuft. In Deutschland gehörten dem Unternehmer zeitweise unter anderem die Warenhauskette Galeria und das Luxuskaufhaus KaDeWe in Berlin. Dem rasanten Aufstieg folgte jedoch ein ebenso steiler Abstieg.

Benkos Signa-Konzern ging Ende 2023 pleite. Im März 2024 stellte Benko auch Antrag auf Privatinsolvenz, seit Januar 2025 sitzt er in Österreich in Untersuchungshaft. Die dortige Staatsanwaltschaft verfolgt verschiedene Ermittlungsstränge im Zusammenhang mit der Signa-Pleite und der Privatinsolvenz. In zwei Prozessen ist der Unternehmer bereits wegen Konkursvergehen verurteilt worden.

Quelle: ntv.de, AFP

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