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"Positive Effekte ausbauen"Studie: Deutschlandticket könnte 5,8 Millionen weitere Nutzer gewinnen

14.04.2026, 14:52 Uhr
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Das Deutschlandticket könnte einer Studie zufolge noch bis zu 5,8 Millionen weitere Nutzerinnen und Nutzer gewinnen.

Dieses Potenzial lasse sich insbesondere durch das Reaktivieren früherer Kunden sowie durch konsequentes Marketing erschließen, geht aus dem dritten Zwischenbericht zur Evaluation des Tickets hervor, wie das Bundesverkehrsministerium am Dienstag mitteilte. Aktuell greifen demnach rund 14,5 Millionen Menschen – und damit rund ein Fünftel der Bevölkerung – auf das Angebot zur bundesweiten Nutzung des öffentlichen Regional- und Nahverkehrs zurück. Die Gutachter stellten jedoch eine Stagnation der Zahlen für 2025 fest, die sie auf die damaligen Preisdiskussionen zurückführen. Das Ticket kostet seit Anfang dieses Jahres 63 Euro im Monat statt zuvor 58 Euro.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder bezeichnete das Ticket als Erfolg. "Die Studie zeigt: Das Deutschlandticket wirkt." Es entlaste die Bürger, stärke den öffentlichen Verkehr und reduziere CO₂-Emissionen. Bund und Länder hätten die Finanzierung bis 2030 gesichert. "Nun gilt es, die positiven Effekte weiter auszubauen", erklärte der CDU-Politiker. Entscheidend seien Verlässlichkeit, ein attraktives Preisniveau und ein gutes Angebot, um das Potenzial auszuschöpfen.

Trotz der stagnierenden Nutzerbasis im vergangenen Jahr stellt der Bericht eine signifikante Verlagerung vom privaten Pkw zum öffentlichen Verkehr fest. Damit verbunden ist eine geschätzte CO₂-Einsparung durch das Ticket von rund 2,5 Millionen Tonnen jährlich. Dies entspreche einer Reduktion der Emissionen des privaten Pkw-Verkehrs um etwa drei Prozent.

Zudem lägen die positiven volkswirtschaftlichen Effekte in der Summe über dem Niveau der Ausgleichszahlungen von Bund und Ländern, hieß es in der von einem Konsortium unter Leitung des Instituts infas erstellten Studie. Bund und Länder finanzieren das Ticket mit je 1,5 Milliarden Euro pro Jahr.

Die Evaluation hebt zudem hervor, dass das Ticket die Mobilität insbesondere von Menschen mit geringerem Einkommen verbessert und die gesellschaftliche Teilhabe stärkt. Auch sei ein Digitalisierungsschub im Vertrieb zu beobachten, bei dem es aber weiter Entwicklungsbedarf gebe.

Quelle: ntv.de, rts

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