Kurznachrichten

Studie zur DemokratiezufriedenheitZustimmung zur Demokratie in Berlin in den vergangenen Jahren gesunken

23.02.2026, 13:37 Uhr
Der-neue-Berlin-Monitor-enthaelt-viele-Daten-zu-den-politischen-und-gesellschaftlichen-Einstellungen-der-Menschen-in-Berlin
(Foto: Britta Pedersen/dpa)

Die Zustimmung der Berlinerinnen und Berliner zur Demokratie ist in den vergangenen Jahren einer Studie zufolge gesunken.

Insgesamt 86 Prozent von ihnen befürworten die Demokratie als politisches System, wie aus dem am Montag in der Hauptstadt vorgestellten Berlin-Monitor 2025 im Auftrag des Senats hervorgeht. 2021 lag dieser Wert noch bie 92 Prozent, 2023 bei 90 Prozent.

Auch die Zufriedenheit mit der Demokratie sank im Jahr 2025 leicht. 62 Prozent der Befragten zeigten sich laut Berlin-Monitor zufrieden, während es 2023 noch 69 und 2021 noch 70 Prozent gewesen waren.

40 Prozent der Befragten stimmten neben der Demokratie auch anderen, antidemokratischen Systemalternativen zu und wurden damit laut Studienautoren zu sogenannten fragilen Demokraten. Zwölf Prozent befürworteten sogar nur antidemokratische Systeme wie etwa ein Einparteiensystem, eine Diktatur oder einen starken Führer. 29 Prozent der Berlinerinnen und Berliner wiesen zudem eine Verschwörungsmentalität auf.

Bei bis zu 20 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner stellten die Forschenden zudem tradierte, israelbezogene oder postkoloniale antisemitische Positionen fest. Ebenfalls bis zu 20 Prozent wiesen einen überzeugten und expliziten sogenannten Schuldabwehrantisemitismus auf.

Antisemitismus sei in Berlin weiter verbreitet sei als in West- und Ostdeutschland, erklärte einer der Studienautoren, Oliver Decker von der Universität Leipzig. "Seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 registrieren wir einen zunehmend israelbezogenen Antisemitismus in der gesamten Bevölkerung - in der extremen Rechten ist der Hass auf Jüdinnen und Juden am stärksten", erklärte Decker.

Bei 20 bis 30 Prozent stellten die Studienautoren zudem eine konsistent ablehnende Haltung gegenüber Sinti und Roma fest. Demnach hielten 30 Prozent der Berlinerinnen und Berliner Sinti und Roma für weniger zivilisiert, während 45 Prozent dachten, ihre Anwesenheit führe zu Konflikten.

Der Berlin-Monitor wurde von einem Forschungsteam der Universität Leipzig erstellt. Im Rahmen der repräsentativen Erhebung befragten sie zwischen Juni und August 2025 insgesamt 2022 Berlinerinnen und Berliner ab 18 Jahren.

Quelle: ntv.de, AFP

Regionales