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Wirtschaft auch 2024 geschrumpftTop-Ökonomin: Regierung sollte noch stärker auf Einwanderung setzen

18.05.2025, 16:11 Uhr
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Die HHLA betreibt das Containerterminal Altenwerder in Hamburg. (Archivbild) (Foto: Christian Charisius/dpa)

Die Bundesregierung sollte nach Einschätzung der Wirtschaftsweisen Ulrike Malmendier noch stärker auf Einwanderung setzen. Es müsse alles getan werden, um das Arbeitsvolumen in Deutschland zu erhöhen, sagte die Top-Ökonomin am Sonntag beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum im brandenburgischen Bad Saarow. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD habe dabei richtige Ansätze wie beispielsweise steuerliche Anreize für das freiwillige Weiterarbeiten im Alter, werde aber insgesamt nicht ausreichen.

"Wir müssen weiter darüber nachdenken, wieder Anreize für Einwanderung von ausländischen Fachkräften schaffen zu können." Ideal sei ein marktbasiertes System. Unternehmer, die geeignete Fachkräfte an der Hand hätten, müssten diese schneller ins Land holen können, mit niedrigeren Hürden und schnelleren Prozessen. Außerdem sollten Hochqualifizierte mit steuerlichen Vorteilen angelockt werden, auch wenn dies womöglich als ungerecht empfunden werde.

Malmendier ergänzte, es brauche zudem mehr private Investitionen, vor allem in neue Technologien. Mit einer stärkeren Kapitalmarktorientierung müssten erfolgreiche Startups in der EU größer gemacht werden. Diese würden derzeit oft mit Geldern von US-Investoren aus Deutschland weggelockt. Außerdem gebe es immer noch zu viele Handelshürden innerhalb der EU und keinen einheitlichen Kapitalmarkt mit gemeinsamen Regeln und Standards.

Die deutsche Wirtschaft ist 2023 und 2024 geschrumpft. Experten rechnen 2025 bestenfalls mit Stagnation, wegen struktureller Probleme in Deutschland und neuen Zöllen der US-Regierung gegen wichtige Handelspartner. Die in Kalifornien an der renommierten Berkeley-Universität lehrende Malmendier sagte, Deutschland habe seine Wettbewerbsfähigkeit verloren. Produkte seien bei gleicher Qualität zu teuer. Hauptgründe dafür seien die hohen Energie- und Arbeitskosten bei zu wenig Arbeitsstunden. Hinzu kämen die Zölle und deutlich besser gewordene Produkte aus China.

Quelle: ntv.de, RTS

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