Kurznachrichten

S-400 für Ankara Türkei verhandelt weiter mit Russland über Lieferung von russischem Raketenabwehrsystem

Die Türkei verhandelt trotz des Ukraine-Kriegs weiterhin mit Russland über eine zweite Lieferung des russischen Raketenabwehrsystems S-400.

Der Vertrag zwischen Ankara und Moskau von 2017 habe von Beginn an zwei Lieferungen vorgesehen, sagte der Chef der türkischen Rüstungsbehörde, Ismail Demir, im staatlichen Fernsehen am Dienstagabend. "Wir setzen die Entscheidung um, die wir von Anfang an getroffen haben."

Die erste Lieferung des S-400-Luftabwehrsystems hatte die Türkei 2019 erhalten, die zweite verzögerte sich Demir zufolge wegen Vertragsstreitigkeiten. Die Türkei hatte mit dem Deal den Unmut der Nato-Partner hervorgerufen. Die USA sahen darin ein Sicherheitsrisiko und befürchteten, dass Russland über das Raketensystem Zugang zu sensiblen Daten der Nato erhalten könnte. Washington verhängte deshalb Sanktionen gegen Ankara und legte 2019 einen Vertrag mit der Türkei zum Kauf von US-Kampfflugzeugen der neuesten Generation (F-35) auf Eis. Ankara pochte daraufhin auf eine Entschädigung und forderte zumindest die Lieferung von Kampfjets einer älteren Generation (F-16).

Ankaras Vermittlungsbemühungen im Ukraine-Konflikt führten zu einer Verbesserung der Beziehungen zu Washington. Die US-Regierung hatte Anfang des Monats die Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen an die Türkei nicht mehr ausgeschlossen.

Unter türkischer Vermittlung hatten sich Vertreter der Ukraine und Russlands in der Türkei zu Gesprächen getroffen. Einen Durchbruch brachte das Treffen allerdings nicht. Die Türkei ist trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine weiterhin um gute Beziehungen zu Moskau bemüht.

Quelle: ntv.de, AFP

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