25 Prozent AufschlagUS-Zölle: Brasilien zieht vor Welthandelsorganisation

Brasilien hat wegen der Zölle von US-Präsident Donald Trump die Welthandelsorganisation (WTO) angerufen.
Die Regierung habe am Montag einen Antrag auf Konsultationen mit den USA im Rahmen des Streitbeilegungssystems der WTO gestellt, erklärte das Außenministerium in Brasília. Die Aufschläge des Handelspartners seien "unbegründet und inkompatibel" mit den Regeln für den internationalen Handel.
Ein Ersuchen um Konsultationen mit einem anderen Land ist ein erster Schritt zur Einleitung eines WTO-Verfahrens. Ziel ist eine einvernehmliche Lösung des Streits. Brasilien hatte dies bereits 2025 unternommen, als die USA 50 Prozent Zoll auf brasilianische Waren wegen des Gerichtsverfahrens gegen Ex-Präsident Jair Bolsonaro verhängt hatten.
Die US-Aufschläge aus dem vergangenen Jahr wurden dennoch inzwischen weitgehend zurückgenommen. In der vergangenen Woche führte Washington dann erneut 25 Prozent Aufschlag auf viele brasilianische Produkte ein und begründete dies mit angeblich unfairen Handelspraktiken. Später folgten weitere 12,5 Prozent US-Zoll unter Verweis auf den Einsatz von Zwangsarbeit in Brasilien.
Dort steht die Präsidentschaftswahl an. Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva prangert die US-Zölle als Wahlkampfeinmischung an. Sein Herausforderer bei der Wahl im Oktober ist der Sohn des Trump-Verbündeten Bolsonaro, Flavio Bolsonaro.