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Mehrere TodesopferÜberschwemmungen in Syrien: Zu späte Warnung aus der Türkei?

29.05.2026, 17:52 Uhr
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Schwere Überschwemmungen haben in Syrien Hunderte Familien vertrieben und mehrere Todesopfer gefordert. (Foto: Fabian Sommer/dpa)

Seit Tagen kämpft Syrien mit ungewöhnlich hohen Wasserständen am Euphrat. Nun kommt es zu Opfern.

Schwere Überschwemmungen infolge steigender Wasserstände des Flusses Euphrat haben in Syrien Hunderte Familien vertrieben und mehrere Todesopfer gefordert. Lokalen Behördenvertretern zufolge starben in der Provinz Dair as-Saur vier Kinder, nachdem sie von den starken Strömungen des Euphrats mitgerissen worden waren. In der benachbarten Provinz Rakka ertrank zudem ein Mann, wie es weiter hieß.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden Tausende Menschen vertrieben. Die Beobachter warnten vor einer sich verschärfenden humanitären Krise. Die syrischen Behörden teilten mit, dass in Dair as-Saur rund 24.000 Hektar Ackerland, 265 Regierungsgebäude und etwa 60 zivile Einrichtungen beschädigt worden sein.

Syrien: Zu späte Warnung aus der Türkei

Hintergrund der Überschwemmungen sind ungewöhnlich intensive Niederschläge der vergangenen Wochen und Monate in der Region, auch in der benachbarten Türkei. Aufgrund extrem hoher Pegelstände an den dortigen Talsperren, insbesondere am Atatürk-Staudamm, mussten die türkischen Behörden enorme Wassermassen kontrolliert flussabwärts abgeben. Um eine Überlastung der eigenen Anlagen zu verhindern, öffneten auch die syrischen Betreiber wichtige Staudämme. Der Pegel stieg abrupt und überschwemmte weite Ufergebiete.

Syriens Energieminister Mohammed al-Baschir warf der Türkei vor, die syrischen Behörden zu spät vor dem steigenden Wasserstand im Euphrat gewarnt zu haben. Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa besuchte unterdessen die betroffenen Gebiete, um sich ein Bild von den Schäden und dem humanitären Bedarf zu machen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete.

Syrien rechnet mit Rückgang der Wasserstände

Betroffene schilderten chaotische Zustände infolge des rasch steigenden Wassers. Eine betroffene Bewohnerin berichtete der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Familien hätten ihre Häuser teils nur mit der Kleidung am Leib verlassen können. Nach ihren Angaben retteten Nachbarn Eingeschlossene mit kleinen Fischerbooten durch die starken Strömungen. Der Generaldirektor des Euphrat-Staudamms, Haitham Bakur, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Wasserstände dürften innerhalb von zwei Tagen zurückgehen. Die Türkei habe die Schleusentore inzwischen geschlossen.

Quelle: ntv.de, dpa

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