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Hamburg & Schleswig-HolsteinUniklinikum behandelte 1.200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen

21.07.2026, 11:10 Uhr
Die-Uniklinika-in-Kiel-und-Luebeck-haben-bereits-1-200-Menschen-behandelt-die-einen-Unfall-mit-einem-E-Scooter-hatten
(Foto: picture alliance/dpa)

Jeder sechste Unfall mit E-Scootern steht unter Alkoholverdacht – und junge Männer sind besonders häufig betroffen. Was steckt hinter dem Anstieg der Notfälle in Kiel und Lübeck?

Kiel (dpa/lno) - Seit 2020 haben die Teams in den Notaufnahmen des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel und Lübeck bereits rund 1.200 Patientinnen und Patienten nach einem Unfall mit einem E-Scooter behandelt. "Fast jeder zweite Unfall ist ein Alleinunfall, bei etwa jedem sechsten Fall spielt Alkohol- oder Substanzkonsum eine Rolle", sagte der Leiter der Notaufnahme des UKSH Lübeck, Sebastian Wolfrum, der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Auswertung des Klinikums zeige, dass E-Scooter-Unfälle längst kein Randphänomen mehr seien. Der sogenannte Maximalversorger erfasste von Anfang 2020 bis Mitte des laufenden Jahres knapp 1.200 Notfallbehandlungen aufgrund von E-Scooter-Unfällen. Die Fallzahlen zeigen seit der flächendeckenden Einführung der Fahrzeuge einen klaren Aufwärtstrend, der 2025 mit 285 Fällen seinen bisherigen Höchststand erreichte.

Im laufenden Jahr kamen bislang 40 Fälle hinzu. Bis auf 2020 (70 Fälle) zählten die Notfallaufnahmen immer um die 200 Fälle: 2021 (190 Fälle), 2022 (205), 2023 (170) und 2024 (225 Fälle). In Lübeck können die Menschen bereits seit Mitte 2019 Elektroroller ausleihen, in Kiel erst seit 2020.

Junge Männer

"Besonders auffällig sind der deutliche Anstieg bis zum bisherigen Höchststand im Jahr 2025 und der hohe Anteil junger, männlicher Erwachsener", sagte Wolfrum. In 720 Fällen (gut 60 Prozent) hatten Männer einen Unfall, in 475 Fällen (40 Prozent) Frauen. Auffällig auch: In Lübeck behandelten die Ärzte 695 Fälle (etwa 58 Prozent), in Kiel dagegen 500 Fälle (42 Prozent).

E-Scooter hätten aufgrund ihrer kleinen Räder, der hohen Geschwindigkeit und der vergleichsweise instabilen Fahrweise grundsätzlich ein erhebliches Verletzungspotenzial, sagte Wolfrum. "Verschärft wird dieses Risiko dadurch, dass viele Fahrerinnen und Fahrer keinen Helm und keine weitere Schutzausrüstung tragen. Die Zahlen unterstreichen daher auch, wie wichtig umsichtiges Fahren und der Verzicht auf Alkohol sind."

Laut der UKSH-Auswertung handelte es sich bei mehr als der Hälfte der Patientinnen und Patienten um junge Erwachsene. In 40 Fällen handelte es sich um Kinder bis 13 Jahren (gut 3 Prozent), in 130 Fällen um Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren (rund 11 Prozent) und in 610 Fällen um junge Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren (51). 245 Patientinnen und Patienten waren im Alter von 36 bis 55 Jahren (21) und 170 mindestens 56 Jahre alt (14).

Wie die Unfälle passierten

Die manuelle Auswertung der Unfallbeschreibungen (Anamnese) zeigt nach Angaben des UKSH, dass Fremdverschulden eher die Ausnahme ist: In fast jedem zweiten Unfall (46 Prozent, 550 Fälle) handelte es sich um einen klassischen Sturz ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer. Weitere 195 Unfälle (16 Prozent) passierten nach dem Konsum von Alkohol oder anderer Substanzen.

Zudem gab es 180 Kollisionen (15 Prozent der Unfälle), darunter Zusammenstöße mit Autos oder unvorsichtig geöffneten Autotüren sowie Kollisionen mit Fahrradfahrern oder Fußgängern. 85 Fälle (7 Prozent) gingen auf Bordsteine, Schlaglöcher oder nasse Gleise zurück. 185 Unfälle fielen in die Kategorie Sonstiges/Unbekannt (16 Prozent)arunter sind auch unbeteiligte Fußgänger, die über abgestellte E-Scooter stürzten, sowie technische Defekte.

Quelle: dpa

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