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"Verunsichert und verängstigt"Volkswagen-Beschäftigte werfen Vorstand "desaströse Kommunikation" vor

24.08.2026, 19:57 Uhr
Ein-Volkswagen-parkt-vor-dem-Markenhochhaus-von-Volkswagen-am-Gelaende-vom-VW-Stammwerk-Begleitet-von-einem-bundesweiten-Aktionstag-der-IG-Metall-beraet-bei-VW-am-09-07-2026-der-Aufsichtsrat-ueber-neue-Sparplaene-des-Vorstands
(Foto: picture alliance/dpa)

"Desaströse Kommunikation": Vor einer Reihe von Betriebsversammlungen haben die Volkswagen-Beschäftigten dem Konzernvorstand des Autobauers schwere Vorwürfe gemacht.

"Desaströse Kommunikation": Vor einer Reihe von Betriebsversammlungen haben die Volkswagen-Beschäftigten dem Konzernvorstand des Autobauers schwere Vorwürfe gemacht. Aufgrund der "desaströsen Kommunikation nach außen durch den Vorstand" seien die Mitarbeitenden und ihre Familien "verunsichert und verängstigt", heißt es in einem Texts des Gesamtbetriebsrats im Intranet, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Der Vorwurf stammt aus einer Online-Erhebung, bei der die Beschäftigten unter anderem ihre Fragen an den Konzernvorstand formulieren konnten.

Im Juli hatten Medien tagelang über mögliche Stellenstreichungen berichtet. Konzernchef Oliver Blume äußerte sich danach in einem im Intranet des Konzerns veröffentlichten Interview: Dabei sprach er von weltweit etwa 50.000 abzubauenden Stellen, um die Gemeinkosten auf ein "wettbewerbsfähiges Niveau" zu bringen.

In einem weiteren internen Interview aus der vergangenen Woche sagte der Konzernchef, ein Abbau von rund 50.000 Stellen weltweit bis 2030 sei "keine fixe Zielgröße". Die Zahl errechne sich "aus unserem Kostenziel im Vergleich zum Wettbewerb und gibt eine Orientierung, wie groß unser Handlungsbedarf ist".

Die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm stehen zudem auf der Kippe. Blume wiederholte in dem jüngsten Intranet-Interview, in den genannten Werken "können wir heute keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre darstellen". Eine konkrete Entscheidung zu Werksschließungen sei noch nicht getroffen, fuhr er fort. Blume nannte die Lage bei Volkswagen "mehr als kritisch".

In dieser Woche findet eine Reihe von außerordentlichen Betriebsversammlungen statt. Am Dienstag in Wolfsburg sowie am Mittwoch in Emden und Zwickau will Blume persönlich daran teilnehmen.

Der Konzernchef hatte seine Sparpläne im Juli im Aufsichtsrat vorgestellt; eine Entscheidung wurde aber nicht getroffen. Medienberichten zufolge wollte das Land Niedersachsen - mit 20 Prozent der Stimmrechte Großaktionär - nicht zustimmen. Der Betriebsrat kritisierte anschließend, es sei "unverantwortlich, die Belegschaft im Unklaren zu lassen" und kündigte die Betriebsversammlungen nach der Sommerpause an.

IG-Metall-Chefin Christiane Benner hatte der "Wirtschaftswoche" kürzlich gesagt, die neuen Sparpläne hätten die Vertrauenskultur bei Volkswagen zerstört. "Die Belegschaft musste bereits heftige und schmerzhafte Einschnitte hinnehmen und kriegt direkt die nächste Ohrfeige."

Der Linken-Bundesgeschäftsführer Janis Ehling sprach vom Vorgehen des Konzerns am Montag als "Frontalangriff auf die Beschäftigten". Bevor es zu Werksschließungen komme, müssten bei VW zuerst Millionengehälter und Boni beendet werden. "Kein VW-Vorstand darf mehr als das 20-fache des niedrigsten Gehalts verdienen", sagte Ehling in Berlin.

Quelle: ntv.de, AFP

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