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Trotz EntlastungspaketVolkswirte erwarten Rezession in Deutschland

05.09.2022, 12:16 Uhr
Bislang-gehen-Volkswirte-davon-aus-dass-die-deutsche-Wirtschaft-im-laufenden-Jahr-wachsen-wird
(Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/)

Auch mit dem neuen 65 Milliarden Euro großen Entlastungspaket kann Deutschland nach Prognose von Ökonomen einer Rezession nicht mehr entkommen.

"Das dritte Entlastungspaket ändert wenig daran, dass Deutschland im Herbst in eine Rezession abgleiten dürfte", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. "Das Paket wird wahrscheinlich nicht ausreichen, um zu verhindern, dass die Gesamtwirtschaft in eine Rezession gerät", sagte auch ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. Die am Sonntag beschlossenen Maßnahmen machten weniger als zwei Prozent des deutschen Bruttoinlandsproduktes aus und reichten nicht an die fiskalischen Anreize wegen der Corona-Pandemie heran, die sich auf etwa 15 Prozent des BIP beliefen.

Der massive Energiepreisanstieg stelle in erster Linie einen Angebotsschock dar, sagte Krämer. "Die Unternehmen müssen den Einsatz der teuer gewordenen Energie zurückfahren und entsprechend ihre Produktion kürzen", so der Commerzbank-Chefökonom. 16 Prozent der Unternehmen planen dies einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zufolge bereits. "Das Entlastungspaket kann nichts daran ändern, dass Deutschland als Nettoimporteur von Energie ärmer geworden ist", sagte Krämer.

Die steigenden Energiepreise als Folge des russischen Krieges in der Ukraine nagen an der Kaufkraft der Verbraucher und erhöhen die Kosten der Unternehmen. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs bereits von April bis Juni nur noch um 0,1 Prozent zum Vorquartal. Von Rezession wird gesprochen, wenn die Wirtschaftsleistung mindestens zwei Quartale in Folge schrumpft.

Quelle: rts

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