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Opposition vermutet politisches MotivationWeiterer Prozess gegen Istanbuls Ex-Bürgermeister Imamoglu

10.05.2026, 19:14 Uhr
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Ekrem Imamoglu gilt als Hoffnungsträger der türkischen Opposition. (Archivbild) (Foto: Emrah Gurel/AP/dpa)

Gegen den abgesetzten Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu beginnt ein weiterer Prozess. Die Anklage wirft ihm und drei weiteren Spionage vor. Die Opposition vermutet politische Motivation.

Am Montag (10 Uhr Ortszeit) beginnt in der Türkei ein weiterer Prozess gegen den ehemaligen Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu, der als aussichtsreicher Gegner des amtierenden Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gilt. Neben dem Oppositionspolitiker sind drei weitere Menschen angeklagt. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft wirft ihnen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu «politische Spionage» vor. 

In der Anklageschrift wird Imamoglu, seinem Wahlkampfberater Necati Özkan, dem Geschäftsmann Hüseyin Gün sowie dem Journalisten Merdan Yanardag vorgeworfen, ein kriminelles Netzwerk betrieben und Daten von türkischen Bürgern an ausländische Geheimdienste weitergegeben zu haben. Das Ziel dahinter sei die Beeinflussung des Wahlkampfes 2019 gewesen - damals wurde der CHP-Politiker Imamoglu erstmals zum Bürgermeister von Istanbul gewählt. Davor hatte Erdogans AKP die Stadt lange regiert. 

Die CHP, die größte Oppositionspartei des Landes, betrachtet den Prozess als politisch motiviert. Den Angeklagten drohen Haftstrafen zwischen 15 und 20 Jahren, alle vier befinden sich derzeit in Untersuchungshaft. Imamoglu war im März 2025 in einem anderen Verfahren wegen Korruptionsvorwürfen als Istanbuler Bürgermeister abgesetzt und verhaftet worden.

Quelle: ntv.de, afp

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