Kurznachrichten

Historischer Tiefstand 2019Zahl der Suizide 2023 in Vergleich zu Vorjahr leicht gestiegen

09.09.2024, 10:36 Uhr
424348177
(Foto: picture alliance / Panama Pictures)

Die Zahl der Suizide in Deutschland ist 2023 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Rund 10.300 Menschen starben durch Suizid, das waren 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr und ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem historischen Tiefstand 2019, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Jeder hundertste Todesfall in Deutschland ist demnach ein Suizid.

Im langfristigen Vergleich blieb die Zahl der Suizide in den vergangenen 20 Jahren relativ konstant, wie das Statistikamt anlässlich des Welttags der Suizidprävention weiter mitteilte. Es verwies auf die anonyme und kostenlose Hilfe für Menschen, denen es nicht gut geht. Die Telefonseelsorge beispielsweise ist unter den Nummern (0800) 1110111 und (0800) 1110222 oder auch per E-Mail oder Chat zu erreichen.

In den 80er und 90er Jahren gab es dem Statistikamt zufolge einen deutlichen Rückgang bei den Suiziden. So habe die Zahl der Suizide zu Beginn der Zeitreihe, im Jahr 1980, noch bei 18.500 gelegen.

Gerade unter jungen Menschen und Menschen mittleren Alters sanken die Zahlen den Angaben zufolge. Im Jahr 2003 seien noch gut 700 unter 25-Jährige in Deutschland durch Suizid gestorben, im vergangenen Jahr knapp 500. Noch deutlicher sei der Rückgang bei den 35- bis 44-Jährigen ausgefallen: Hier habe sich die Zahl der Suizide von knapp 2000 im Jahr 2003 auf knapp tausend im vergangenen Jahr halbiert.

Unter älteren Menschen hätten die Zahlen dagegen teils deutlich zugenommen, am stärksten in der Altersgruppe der über 85-Jährigen. Hier habe sich die Zahl der Suizide von 600 im Jahr 2003 auf knapp 1300 im Jahr 2023 mehr als verdoppelt. 2023 war den Angaben nach knapp die Hälfte der Menschen, die Suizid begingen, 65 Jahre oder älter. Insgesamt sterben deutlich mehr Männer als Frauen durch Suizid, in 73 Prozent der Fälle sind es Männer.

Quelle: ntv.de, AFP

Regionales