Wirtschaft

Trendwende bei Benzin und Diesel12-Uhr-Preissprung an den Tankstellen so hoch wie nie

23.04.2026, 16:01 Uhr
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Um teils mehr als 13 Cent sprangen die Preise am Mittag. (Foto: picture alliance / Rene Traut Fotografie)

Seit Beginn des Monats blicken Autofahrer mittags gespannt auf die Spritpreise. Dann dürfen die Tankstellen die Preise anheben. Am heutigen Donnerstag fiel der Sprung so groß aus wie noch nie seit Einführung der Regel. Für den ADAC markiert dies auch eine Trendwende.

Der Preissprung an den Zapfsäulen ist am Mittag so stark ausgefallen wie noch nie seit Einführung der 12-Uhr-Regel. Damit deutet sich nach gut zweiwöchiger Talfahrt eine Trendwende bei den Spritpreisen nach oben an. So verteuerte sich Superbenzin der Sorte E10 zur Mittagszeit im bundesweiten Durchschnitt mit einem Sprung von mehr als 13 Cent pro Liter, wie aus ntv.de-Daten hervorgeht. Der Dieselpreis sprang mit 14,9 Cent sogar noch stärker. Hier war es der zweitgrößte Anstieg, seitdem die Regel gilt, wonach nur noch einmal am Tag der Preis an den Zapfsäulen angehoben, dafür aber beliebig oft gesenkt werden darf. 

Sowohl vor als auch nach dem Sprung waren Benzin und Diesel klar teurer als zur jeweils gleichen Zeit am Vortag. Daher sei zu erwarten, dass auch der Tagesdurchschnittspreis des Donnerstags einen Anstieg zeigen werde, heißt es vom ADAC. Demnach schlug der Liter Diesel am Mittag mit gut 2,25 Euro zu Buche. E5 kostete mehr als 2,22 Euro und E10 fast 2,17 Euro. Allerdings fiel der Preis bereits in den zwei Stunden nach der Anhebung wieder um bis zu vier Cent je Liter. Damit lag er allerdings weiter über dem Vortagesniveau.

Superbenzin der Sorte E10 hatte sich schon am gestrigen Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt leicht um 0,4 Cent auf 2,063 Euro verteuert. Diesel war noch minimal um 0,4 Cent auf 2,127 Euro pro Liter gefallen. Zuvor hatten die Preise seit den Hochs rund um Ostern kräftig nachgegeben - vor allem bei Diesel.

Hintergrund der aktuellen Bewegung könnte der Ölpreis sein, der bei der für Europa wichtigen Sorte Brent inzwischen wieder auf mehr als 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) gestiegen ist. Denn im Ringen um eine Lösung im Nahost-Krieg zeichnet sich weiter kein Durchbruch ab. Zwar haben die USA die Waffenruhe mit dem Iran verlängert. Doch es ist weiter offen, ob und wann sich beide Seiten zu neuen Gesprächen in Pakistan treffen.

Seit der Einführung des sogenannten Österreich-Modells ist der beste Zeitpunkt zum Tanken kurz vor 12 Uhr mittags, wie der ADAC empfahl. Bereits im Laufe des Morgens könnten Autofahrer schon unterhalb des Tagesdurchschnittswertes tanken. Dieser liegt allerdings auf einem höheren Preisniveau als vor Einführung des Österreich-Modells. Es war am 1. April eingeführt worden. Zum 1. Mai soll in Deutschland der Tankrabatt von 17 Cent je Liter gelten.

Der ADAC sieht die 12-Uhr-Regel auf Basis der ersten Erfahrungen negativ, da sie das Tanken verteuere. Seit dem Start liege das Preisniveau im Verhältnis zu Ölpreis und Dollarkurs höher, heißt es vom Verkehrsclub. "Die Mineralölkonzerne preisen mit der einmaligen Erhöhung um 12 Uhr einen hohen Risikoaufschlag ein, der im Tagesverlauf nur langsam abgebaut wird", kritisiert der Automobilclub unlängst. Zudem seien die Zeiträume, in denen man für weniger als den Tagesdurchschnitt tanken kann, kürzer geworden. Im alten Modell hätten Autofahrer günstiger tanken können, so das Fazit. Der ADAC hatte bereits vor Einführung der Regel vor einem solchen Effekt gewarnt. 

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa

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