Wirtschaft

Entschädigung im Diesel-Skandal 235.000 VW-Kunden stimmen Vergleich zu

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Mit einem Software-Update alleine wollten sich die betrogenen Kunden nicht zufriedengeben. Nun bekommen sie Schadenersatz.

(Foto: dpa)

Der Mammut-Prozess ist vorbei: Bis heute konnten vom Abgas-Skandal betroffene Kunden ihre Ansprüche für den Diesel-Vergleich anmelden. Volkswagen zahlt ihnen nun Schadenersatz. Die ersten Entschädigungen sollen in den nächsten Tagen fließen.

Rund 235.000 VW-Kunden haben einen vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) ausgehandelten Vergleich mit dem Konzern im Dieselskandal geschlossen. Nach VW-Angaben sollen ab dem 5. Mai etwa 750 Millionen Euro an Zahlungen in Zusammenhang mit dem Abgasskandal fließen. Weitere 17.000 Fälle seien noch in der Prüfung.

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VW St. 148,00

VW und vzbv hatten sich Ende Februar auf einen Vergleich für gut 262.000 vom Abgasskandal betroffene Dieselfahrer geeinigt. Rund 90 Prozent von ihnen haben sich der Einigung angeschlossen. Je nach Alter und Typ des Fahrzeugs sollen Kunden mit Beträgen zwischen 1350 und 6250 Euro entschädigt werden. Insgesamt sollen die Kunden 830 Millionen Euro erhalten. Heute war nach einer Fristverlängerung der letztmögliche Termin, sich bei VW zu registrieren und damit Anspruch auf eine Vergleichszahlung anzumelden.

Volkswagen hatte im September 2015 zugegeben, in weltweit elf Millionen Fahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben. In Deutschland betroffen waren mehr als zwei Millionen Kunden. Der Konzern verweigerte lange Entschädigungszahlungen.

Musterfeststellungsklage zurückgezogen

Ende 2018 wurde dann die Musterfeststellungsklage als neues Klageinstrument eingeführt. Sie soll, auch mit Blick auf den Dieselskandal, Verbraucher im Kräftemessen mit Konzernen stärken und verhindern, dass sie auf einklagbare Rechte verzichten. Der vzbv zog im Herbst 2019 stellvertretend für betroffene VW-Kunden vor Gericht. Das Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig schlug schnell Vergleichsverhandlungen vor - Ende Februar wurde der Vergleich geschlossen.

Die Einigung sieht vor, dass vom Dieselskandal betroffene Verbraucher Schadenersatz für den Wertverlust ihrer Fahrzeuge bekommen. Der Kompromiss gilt allerdings nur für diejenigen Dieselfahrer, die sich der sogenannten Musterfeststellungsklage angeschlossen hatten. Das OLG erklärte den Prozess nun für beendet. Der vzbv habe seine Musterfeststellungsklage gegen VW "am heutigen 30. April" zurückgenommen.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP