Wirtschaft

Bahn: "Nachfrage ist enorm" 250.000 Deutschlandtickets in drei Tagen verkauft

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Das Deutschlandticket kann bei der Deutschen Bahn und allen anderen regionalen Verkehrsunternehmen und Verbänden gekauft werden. 

(Foto: picture alliance/dpa)

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Ab Mai ist das Deutschlandticket gültig. Kaufen kann man es aber bereits seit Montag. Der Ansturm auf das 49-Euro-Abo ist nach Angaben der Deutschen Bahn enorm. Verkehrsverbände rechnen mit mehr als fünf Millionen Neukundinnen und -kunden. An dem Angebot gibt es allerdings auch Kritik.

Die Deutsche Bahn hat in den ersten Tagen nach dem Verkaufsstart eine große Nachfrage nach dem 49-Euro-Abo für den öffentlichen Nah- und Regionalverkehr registriert. "Die Nachfrage ist enorm. In den ersten drei Tagen des Vorverkaufs wurden allein bei der Bahn 250.000 Deutschlandtickets gekauft", sagt Regionalverkehrsvorständin Evelyn Palla der "Bild am Sonntag". "Am Montag hatten wir doppelt so hohe Zugriffszahlen wie normalerweise auf unserer Internetpräsenz."

Der Verkauf des ab Mai gültigen Tickets hatte am vergangenen Montag begonnen. Es kann auch bei allen anderen regionalen Verkehrsunternehmen und -verbänden gekauft werden.

Das neue Deutschlandticket ermöglicht bundesweite Fahrten in den Bussen und Bahnen des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs. Es ist nur als Monatsabo erhältlich und wird als Chipkarte oder Handyticket ausgegeben. Übergangsweise gibt es bis Ende des Jahres auch Papiertickets, die aber digital kontrollierbar sein müssen. Die Papierlösung wurde für Verbünde eingeführt, die für die Digitalisierung noch etwas Zeit brauchen. Das Abo soll den öffentlichen Regional- und Nahverkehr attraktiver und erschwinglicher machen.

An dem Angebot gibt es allerdings auch Kritik. Schon im vergangenen Jahr hatte die hohe Nachfrage in Folge des 9-Euro-Tickets den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an seine Belastungsgrenzen und darüber hinaus gebracht. "Schon heute sind Busse und Bahnen besonders zu den Stoßzeiten rappelvoll, im ländlichen Raum ist das Angebot mickrig, und überall fehlt Personal", sagte kürzlich Stefan Körzell, Vorstandsmitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund. Oberstes Gebot sei deshalb, für den öffentlichen Nahverkehr genug Geld bereitzustellen. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen geht von rund 5,6 Millionen neuen Kundinnen und Kunden durch das Deutschlandticket aus. Elf Millionen Bestands-Abo-Kunden werden der Prognose zufolge auf das 49-Euro-Abo-Modell wechseln.

Fahrgastverbände wie Pro Bahn fordern vor allem einen Ausbau der Infrastruktur und mehr Fahrzeuge und Personal, um der hohen Nachfrage überhaupt gerecht zu werden. Selbst ein kostenloser Nahverkehr bringe nichts, wenn die Qualität des Angebots nicht stimme, betonte jüngst der Pro-Bahn-Ehrenvorsitzende, Karl-Peter Naumann. "Damit dieses Ticket für mehr Menschen eine echte Alternative zum eigenen Auto wird, braucht Deutschland jetzt eine Ausbauoffensive für Bus und Bahn", sagte auch Marion Tiemann, Mobilitätsexpertin von Greenpeace.

Quelle: ntv.de, hny/dpa

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