Wirtschaft

Fahrtenvermittler nennt Zahlen 6000 Sexualdelikte in Uber-Autos gemeldet

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Uber wurden Hunderte Vergewaltigungen bei Fahrten gemeldet.

(Foto: picture alliance/dpa)

Tausende Uber-Nutzerinnen in den USA berichten, dass sie bei einer Fahrt Opfer von sexueller Gewalt geworden sind. Auch Fahrer klagen über Übergriffe. Der Fahrdienstvermittler legt nun zum ersten Mal entsprechende Zahlen vor. Außerdem wurden mehrere Menschen bei Überfällen getötet.

Dem Fahrdienstvermittler Uber sind in den Vereinigten Staaten in den Jahren 2017 und 2018 fast 6000 Fälle sexueller Gewalt von Fahrgästen, Fahrern oder Dritten gemeldet worden. Darunter seien 464 Vergewaltigungen, heißt es in dem von dem Unternehmen veröffentlichten Sicherheitsbericht. Hinzu kamen demnach fast 600 versuchte Vergewaltigungen. Bei den anderen Übergriffen handelte es sich unter anderem um unerlaubte Berührungen oder Küsse. Opfer der gemeldeten sexuellen Übergriffe waren dem Bericht zufolge meistens weibliche Fahrgäste. 7 Prozent der Opfer seien Fahrer gewesen.

Uber meldete zudem zehn tödliche Angriffe im Jahr 2017 und neun weitere 2018. Unter den Todesopfern waren acht Fahrgäste und sieben Fahrer, außerdem wurden bei Überfallen auch nicht direkt Beteiligte getötet.

Die gemeldeten Fälle machten 0,00002 Prozent aller vermittelten Fahrten aus, erklärte Uber. Doch selbst wenn sie selten seien, bedeute jeder gemeldete Fall "eine sehr schmerzhafte Erfahrung", räumte Uber ein. Selbst ein einzelner gemeldeter Fall sei "ein Fall zu viel". Der Konzern betonte, man habe in den vergangenen zwei Jahren mehr Instrumente geschaffen, um die Sicherheit für Fahrer und Mitfahrer zu erhöhen sowie 44.000 Fahrer abgelehnt.

Es ist das erste Mal, dass Uber entsprechende Zahlen veröffentlicht. Der Fahrdienstvermittler und sein größter Konkurrent in den USA, Lyft, stehen zunehmend unter Druck. Die Zahl der Klagen von Frauen, die als Nutzerinnen der Fahrdienstvermittler Opfer sexueller Gewalt wurden, nimmt zu. Der US-Sender CNN schrieb, Uber habe den Bericht veröffentlicht, nachdem CNN vor mehr als einem Jahr selbst Ermittlungen zu sexuellen Übergriffen und Missbrauch während Fahrten mit dem Mitfahrdienst angestellt hatte.

Alleine in den USA liefen in den beiden untersuchten Jahren täglich gut drei Millionen Fahrten über Uber, teilte das seit Mai börsennotierte Unternehmen weiter mit. 2019 sei die Zahl auf täglich fast vier Millionen gestiegen. Seit Jahren krempelt Uber die Transport-Branche um. Weltweit ist der Fahrdienst in gut 700 Städten aktiv, er ist allerdings auch umstritten. Beispielsweise in London hatte Uber zuletzt seine Lizenz verloren, weil die Transportbehörde dem Fahrdienst-Vermittler die Gefährdung von Fahrgästen vorwarf.

Quelle: ntv.de, can/AFP/dpa