Wirtschaft

Piloten verklagen Boeing 737-Max-Debakel bringt nächsten Rechtsstreit

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Boeing steht nach den Unglücken, als deren Hauptursache ein Software-Fehler gilt, schwer in der Kritik.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

Nach den Abstürzen zweier Boeing-Maschinen werden 30.000 Flüge gestrichen. Von den Startverboten ist besonders die Airline Southwest betroffen. Die Pilotengewerkschaft verklagt den Flugzeugbauer nun wegen falscher Angaben zur Flugtauglichkeit des Typ 737 Max.

Dem US-Luftfahrtriesen Boeing droht wegen der nach zwei Abstürzen verhängten Startverbote für den Flugzeugtyp 737 Max weiterer rechtlicher Ärger. Die Pilotengewerkschaft der US-Fluggesellschaft Southwest Airlines (SWAPA) gab bekannt, Klage gegen Boeing eingereicht zu haben.

Der Hersteller habe den Piloten gegenüber falsche Angaben zur Flugtauglichkeit der Maschinen gemacht, teilte die Gewerkschaft mit. Die Piloten müssten sich darauf verlassen können, dass Boeing wahrheitsgemäße Informationen liefere, so SWAPA-Präsident Jonathan L. Weaks. "Im Fall der 737 Max ist dies nicht geschehen."

Durch die Startverbote im Zuge der Abstürze im Oktober und März, bei denen insgesamt 346 Menschen starben, mussten laut Gewerkschaft über 30.000 Southwest-Flüge gestrichen werden. Dadurch seien den Piloten mehr als 100 Millionen Dollar an Einnahmen entgangen. Southwest ist die US-Airline mit den meisten 737-Max-Maschinen in der Flotte.

Bereits im Juni hatte ein in US-Gerichtsunterlagen anonymisierter Pilot wegen "erheblicher Einkommenseinbußen" sowie "schweren emotionalen und mentalen Leids" gegen Boeing geklagt. Er sei quasi gezwungen gewesen, die 737 Max zu fliegen und nicht nur sich selbst, sondern auch die Crew und Passagiere in Lebensgefahr zu bringen. Boeing ist zudem mit zahlreichen Klagen von Angehörigen der Absturzopfer konfrontiert.

Der Konzern steht nach den Unglücken, als deren Hauptursache ein Software-Fehler gilt, schwer in der Kritik. Boeing wird verdächtigt, die 737 Max überstürzt auf den Markt gebracht und Sicherheit vernachlässigt zu haben. US-Behörden prüfen, ob bei der Zulassung alles mit rechten Dingen zuging.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa