Wirtschaft

Dividende steigt um ein Viertel Aareal Bank liefert und belohnt Anleger

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(Foto: picture alliance / dpa)

In der Finanzkrise musste der Aareal Bank unter die Arme gegriffen werden. Inzwischen revanchiert sie sich mit üppigen Dividenden. Auf den Geschäften indes lasteten geringe Margen. Und so sinken Ergebnis und Gewinn. Die Bank sieht sich jedoch auf Kurs

Die auf einem dicken Kapitalpolster sitzende Wiesbadener Aareal Bank hebt ihre Dividende an und prüft kleinere Übernahmen. Denkbar seien gezielte Zukäufe bei der Mainzer IT-Tochter Aareon, sagte Vorstandschef Hermann Merkens. Der Bereich, der Abrechnungs- und Zahlungsverkehrslösungen für die Immobilien- und Energiewirtschaft anbietet, soll auf mittlere Sicht wachsen. Die Anteilseigner sollen statt mit 2,00 nun 2,50 Euro je Aktie bedacht werden.

Aareal Bank
Aareal Bank 20,16

Entscheidungen, wie das überschüssige Kapital in Höhe von rund 150 Millionen Euro verwendet werden soll, will Merkens im Laufe des Jahres treffen. Denkbar sei neben der Verstärkung von Aareon aber "ausdrücklich auch eine Rückgabe an die Aktionäre". Aareon - europäischer Marktführer bei IT-Systemen für die Immobilienwirtschaft -, habe auch ohne Zukäufe das Potenzial "mehr als 50 Millionen Euro" zum Gewinn beizutragen, sagte Merkens. Gezielt ergänzt um Akquisitionen sei dieses Potenzial "noch deutlich höher". Details zu möglichen Übernahmezielen wollte der Chef des größten deutschen Immobilienfinanzierers nicht nennen.

Die gesamte Aareal Gruppe, die rund 2700 Mitarbeiter in Europa, Nordamerika und Asien beschäftigt, erwirtschaftete 2017 ein Betriebsergebnis von 328 Millionen Euro - gut 38 Millionen weniger als im Jahr zuvor. Der Gewinn lag wegen der anhaltend niedrigen Zinsen und weil viele Kunden ihre Kredite vorzeitig zurückzahlten, erwartungsgemäß ebenfalls unter dem des Vorjahres.

Im laufenden Jahr rechnet die Aareal Bank, die zuletzt die Immobilienfinanzierer Corealcredit und Westimmo übernommen hatte und diese Portfolios nun aufräumt, mit einem Betriebsergebnis zwischen 260 und 300 Millionen Euro. Das wäre abermals ein Rückgang - wegen der anhaltend niedrigen Zinsen in Europa und weil der Konkurrenzdruck auf der Marge lastet. Noch 2015 hatte die Aareal Bank ein Rekordergebnis von 470 Millionen Euro ausgewiesen.

Merkens äußerte sich dennoch zufrieden zum Jahresabschluss: "Wir haben wieder geliefert, was wir versprochen haben. Die Aareal Bank Gruppe geht ungeachtet des weiterhin anspruchsvollen Umfelds unbeirrt ihren Weg." Im laufenden Jahr will Merkens das Kreditportfolio in einer Größenordnung von rund 25 bis 28 Milliarden Euro konstant halten. An Neugeschäft peilt er sieben bis acht Milliarden Euro an, abermals mit Schwerpunkt USA, wo die Zinsen inzwischen wieder anziehen und die Margen höher sind als in Europa.

Die Aktionäre reagierten angetan auf die Dividendenerhöhung. Die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie verteuerte sich. Merkens will die Investoren auch in den kommenden Jahren mit hohen Ausschüttungen bei Laune halten. Geplant sei, sowohl für 2018 als auch für 2019 und 2020 jeweils 70 bis 80 Prozent des Gewinns auszuzahlen. Die Aareal Bank hat viel Kapital übrig, weil sie die Anforderungen der Aufseher und Regulierer an das Kapitalpolster übererfüllt - ihre sogenannte harte Kernkapitalquote lag im vergangenen Jahr bei 13,4 Prozent. Der Vorstand hält 12,5 Prozent für ausreichend.

Die Aareal Bank musste in der Finanzkrise mit Milliarden gestützt werden. 2017 zahlte die Bank die stille Einlage zurück. Zuvor hatte sie bereits die staatlichen Milliarden-Garantien als nicht mehr erforderlich erachtet.

Quelle: ntv.de, jwu/rts