Wirtschaft

Kampf gegen den Untergang Air Berlin kooperiert mit US-Fluglinie

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Air Berlin will den US-Markt erobern - mit Hilfe der Billigfluglinie JetBlue.

(Foto: picture alliance / Jannis Mattar)

Um profitabel zu werden, will Air Berlin auf dem US-Markt mitmischen - und tut sich mit der Fluglinie JetBlue zusammen. So sollen Kunden über Air Berlin auch Ziele in der Karibik oder Lateinamerika erreichen können. Investor Niki Lauda sieht dennoch schwarz für die Berliner.

Die angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin hat einen neuen Partner in den USA gefunden. Sie schloss eine Kooperationsvereinbarung mit der US-Airline JetBlue ab, wie Air Berlin mitteilte. Fluggäste profitierten damit von "zahlreichen attraktiven Umsteigeverbindungen in den Vereinigten Staaten". Ab sofort könnten Kunden bei Air Berlin einen Flug in die USA und Weiterflüge mit JetBlue zu 31 Zielen dort buchen.

JetBlue ist die fünftgrößte Fluggesellschaft in den Vereinigten Staaten mit Sitz in New York City und flog 2015 neben den USA auch Ziele in der Karibik und Lateinamerika an. Der "neue starke Partner im wichtigen Wachstumsmarkt USA" sei erst der Anfang der Zusammenarbeit, hieß es vonseiten Air Berlins. "Wir arbeiten gemeinsam daran, unsere Partnerschaft in den kommenden Monaten auszubauen."

Der Motorsport-Manager und Investor Niki Lauda sagte unterdessen dem "Tagesspiegel" vom Samstag, Air Berlin "kann man, so wie sie heute ist, nicht retten. Die kannst Du auch in fünf Jahren nicht retten." Lauda zählte als Gründe für seine Einschätzung die "Verschuldung, mit all den verkauften Fliegern, mit unglaublich hohen Leasing-Raten" auf. Im schlimmsten Fall werde die Fluggesellschaft Niki "mit untergehen".

Seit Jahren in Schieflage

Lauda hatte die Anteile seiner profitablen Airline Niki vor wenigen Jahren an Air Berlin verkauft und saß jahrelang im Verwaltungsrat der Fluggesellschaft. "Nach dem Sommer geht das Geld wieder aus", sagte Lauda weiter. "Und wenn Großaktionär Etihad sich weigert, nachzuzahlen, ist es wohl aus."

Es sei "wahnsinnig schwer, aus den Resten von Air Berlin noch irgendetwas zu machen", erklärte der Ex-Formel-1-Fahrer. Die Konkurrenz der Lufthansa-Billigtochter Eurowings werde immer größer, von Easyjet und Ryanair gar nicht zu reden. "Der Markt hat sich neu formiert, da ist für die Air Berlin kein Platz mehr", sagte Lauda.

Air Berlin steckt in einer schwierigen Lage: Das Unternehmen steckt seit 2008 in den roten Zahlen, unterbrochen nur von einem kleinen Plus im Jahr 2012. Zudem gab es zuletzt vermehrt Berichte über ausgefallene Flüge und Verspätungen.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

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