Wirtschaft

Kritik an Millionen-Vergütung Air-France-KLM-Chef investiert halbes Gehalt

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Vor seinem Wechsel zu Air France-KLM war Smith Vizepräsident bei Air Canada.

(Foto: dpa)

Eigentlich soll der neue Air-France-KLM-Chef Smith den Tarifstreit der Airline schlichten, stattdessen sorgt sein eigenes Gehalt für Unmut. Zum Arbeitsbeginn will Smith nun die Hälfte seines Festgehalts in Firmenaktien stecken. Die dicken Boni bleiben aber unangetastet.

Der wegen seines hohen Gehalts kritisierte neue Chef von Air France-KLM, Benjamin Smith, will die Hälfte seines Festgehalts in Unternehmensaktien investieren. Das kündigte Smith in einer Videobotschaft an die Belegschaft an. Sein Festgehalt beträgt 900.000 Euro - mit Bonuszahlungen kann er aber auf 4,25 Millionen Euro Gehalt kommen.

Air France-KLM
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"Ich habe schon persönlich investiert, indem ich mit meiner Familie nach Frankreich gezogen bin", sagte Smith in dem Video. "Heute habe ich mich dazu entschieden, noch eine Investition zu machen." Der Kauf der Air-France-KLM-Aktien sei seine Art zu zeigen, dass er "Vertrauen in unsere gemeinsame Zukunft" habe, erklärte er der Belegschaft. Er wolle damit sein Engagement beweisen.

Der Kanadier Smith ist der erste ausländische Konzernlenker bei der Fluggesellschaft. Seine Vergütung könnte mehr als dreimal so hoch ausfallen wie die seines Vorgängers Jean-Marc Janaillac. Der 47-Jährige soll den seit Monaten schwelenden Tarifstreit mit der Belegschaft schlichten. Neue Streiks gelten als nicht ausgeschlossen. Auf einen Aufruf haben die Gewerkschaften aber vorerst verzichtet.

Zwischen Februar und Juni waren Piloten und Bodenpersonal 15 Mal in Streik getreten, um die Forderung von 5,1 Prozent mehr Geld für dieses Jahr durchzusetzen. Die Ausstände kosteten die Gruppe 335 Millionen Euro. Der bisherige Air-France-Chef Janaillac hatte Anfang Mai im Tarifstreit seinen Rücktritt erklärt.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP

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