Wirtschaft

Gute Konjunktur, billiges Geld Aktienanleger treffen auf perfektes Umfeld

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Die Farbe Rosarot dominiert derzeit am Frankfurter Aktienmarkt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Dax hat gerade ein neues Rekordhoch markiert. Doch Experten sehen am Aktienmarkt noch Luft nach oben. Das Umfeld scheint "wie gemacht für Aktien". Die globale Konjunktur zieht an, die Zentralbanken halten die Zinsen niedrig. Dennoch nimmt auch die Gefahr von Kursrücksetzern zu.

Die Jagd der Anleger nach Rekorden am Aktienmarkt dürfte in der neuen Börsenwoche weitergehen. Der deutsche Leitindex Dax hat Strategen zufolge auch nach dem Sprung über die Marke von 15.400 Punkten noch Luft nach oben. "Die Stimmung an den Börsen bleibt prima", sagt Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Allzeithochs an der Wall Street und positive Überraschungen bei den Firmenbilanzen versetzten Anleger in Kauflaune.

Zudem dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) eine anhaltende Flut billigen Notenbankgeldes in Aussicht stellen. Neben der überzeugenden Gewinnsaison hierzulande sprechen nach Ansicht des Commerzbank-Strategen Andreas Hürkamp auch die stetigen Mittelzuflüsse in Aktienfonds für eine Fortsetzung der Dax-Rally bis zum Sommer. Starke Konjunkturdaten aus den USA und China und wieder fallende Renditen an den Anleihemärkten spielten den Börsenoptimisten ebenfalls in die Hände.

Am Freitag markierte der Leitindex mit 15.431 Punkten ein neues Allzeithoch, auf Wochensicht legte er rund ein Prozent zu. "Das Umfeld scheint wie gemacht für Aktien: Die Konjunkturstimmung erreicht Spitzenwerte, die Geldpolitik bleibt ultralocker", fasst Helaba-Stratege Markus Reinwand zusammen. Nach der monatelangen Aufholrally an den Börsen seien Aktien inzwischen aber teuer. "Große Kurssprünge sind daher nicht mehr zu erwarten." Vielmehr habe die Gefahr von Kursrücksetzern deutlich zugenommen.

Als Motor für weitere Kursgewinne gilt die zunehmende globale Wirtschaftsdynamik. Dabei setzen die Experten vor allem auf positive Impulse der US-Wirtschaft. Die geplanten Infrastrukturinvestitionen von gut zwei Billionen US-Dollar in den kommenden Jahre sollten eine nachhaltige Industrieerholung in der weltgrößten Volkswirtschaft stützen. Gleichzeitig müssen die Investoren wohl keine Angst vor steigenden US-Zinsen haben. Denn die amerikanische Notenbank betont stets, dass die anstehenden Preissteigerungen nicht nachhaltig seien. Auch von der Europäischen Zentralbank droht den Börsen aktuell keine Gefahr durch steigende Zinsen.

SAP und Deutsche Börse legen Bilanzen vor

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht am Donnerstag die Zinssitzung der EZB. Experten rechnen nicht mit geldpolitischen Änderungen, nachdem erst im März beschlossen wurde, das Kauftempo der billionenschweren PEPP-Anleihenkäufe im zweiten Quartal im Vergleich zum Jahresstart deutlich zu erhöhen. Anleger werden auf mögliche Äußerungen von EZB-Chefin Christine Lagarde zu den Finanzierungsbedingungen achten.

Die Renditen an den Anleihemärkten waren zuletzt zurückgekommen, nachdem die steilen Anstiege der Vormonate Inflationssorgen genährt hatten. "Die Kombination aus anhaltender Corona-Unsicherheit und beschwichtigender EZB-Kommunikation bezüglich der Inflation zeigt Wirkung", sagt Helaba-Ökonom Ulf Krauss. Während die Inflationserwartungen zulegten, stagnierten die langfristigen Zinserwartungen.

Ein wichtigstes Konjunkturbarometer für den Euroraum wird mit den Einkaufsmanagerindizes am Freitag erwartet. Diese dürften im April weiter gestiegen sein, vor allem da viele Unternehmen zur Beurteilung der aktuellen Lage den historischen April-Einbruch des Vorjahres als Vergleich heranzögen, erläutert Commerzbank-Experte Christoph Weil. Am Montag stehen britische Arbeitsmarktdaten im Vordergrund, am Donnerstag die US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung sowie die Verkäufe bestehender Häuser.

Bei den Dax-Unternehmen werden Deutsche Börse und SAP ihre Bücher öffnen. Der Walldorfer Softwarekonzern hat bereits vorab Zahlen veröffentlicht und die Anleger mit seinem starken Wachstum und Optimismus begeistert.

Quelle: ntv.de, mbo/rts/dpa

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