Wirtschaft

Rotstift bessert Gewinn auf Alcoas Tagesgeschäft glänzt nicht

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Gerade in der Luftfahrt sinkt die Stimmung - hier hatten Analysten gute Chancen für Alcoa gesehen.

(Foto: REUTERS)

Der US-Aluminiumkonzern hat am Ende des dritten Quartals mehr Geld in der Kasse als vor einem Jahr. Doch die Zahlen sind trügerisch. Tatsächlich verläuft das Geschäft schleppend. Besserung ist kaum in Sicht. Die anstehende Spaltung weckt kaum noch Fantasien.

Kurz vor seiner Aufspaltung hat der Aluminiumkonzern Alcoa zum Auftakt der US-Berichtssaison schwache Zahlen vorgelegt. Zwar kletterte der Überschuss im dritten Quartal auf Jahressicht von 44 Millionen auf 166 Millionen Dollar (rund 149 Millionen Euro), wie der vom ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Konzern mitteilte. Grund für den Anstieg waren aber vor allem Einsparungen. Zudem war das Vorjahresergebnis stark durch Sonderkosten verzerrt.

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Im Tagesgeschäft, in dem sich die niedrigen Alupreise bemerkbar machen, lief es nicht rund - die Erlöse schrumpften um sechs Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Die Markterwartungen wurden verfehlt. Angesichts eines schwierigen Umfelds und Sorgen über die Flugzeugnachfrage verdiente der Konzern nur noch bereinigt 32 Cent je Aktie. Analysten hatten dagegen 35 Cent je Aktie im dritten Quartal erwartet. Noch im Sommer lagen die Schätzungen aber bei 61 Cent je Anteil.

Nachfolger glänzt matter

Das Nachfolgeunternehmen des Traditionskonzerns Alcoa galt unter Beobachtern lange Zeit als hervorragend aufgestellt. Arconic, so der Name des Geschäfts, das künftig allein in Wachstumsbereichen tätig sein soll, wurden starke Wachstumsraten vorausgesagt. Doch der einstige Glanz ist mittlerweile etwas verblasst. Die Stimmung in der Luftfahrtbranche hat sich eingetrübt.

Es ist mittlerweile über ein Jahr vergangen, seit der Konzern aus Pittsburgh den einschneidenden Umbau präsentierte. Während sich Arconic mit seinen hochwertigen Leichtmetallen auf die relativ schnell wachsenden Bereiche Luftfahrt und Automobil konzentriert, behält das abgespaltene Unternehmen den Namen Alcoa und bündelt die Geschäftsbereiche, die eng an die schwachen Aluminiumpreise gekoppelt sind: das Bergbau-, Veredelungs- und Schmelzgeschäft.

Im zweiten Quartal sah es für Arconic noch recht erfreulich aus. In den nun abgelaufenen drei Monaten sank der Umsatz in den Arconic-Segmenten um ein Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar, während das Restgeschäft bei den Einnahmen stagnierte.

Auch die Wettbewerber Honeywell International und United Technologies, die beide in der Luftfahrtbranche aktiv sind, hatten bereits düstere Prognosen abgegeben. Bei Honeywell war das September-Geschäft überraschend schwach wegen eines unerwarteten Auftragsrückgangs im Verkehrsflugzeuggeschäft. Der Konzern schraubte die Gewinn- und Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach unten. United warnte im September, das Auslieferziel 2016 für eine Turbine, an der auch Alcoa beteiligt ist, nicht zu erreichen.

All das hatte Alcoa nicht erwartet, als der Konzern vor einem Jahr die Aufspaltung beschloss. Der frühe Glanz von Arconic ist damit zumindest etwas verblasst, obwohl die Trennung erst am 1. November vollzogen wird.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/dpa