Wirtschaft

Filiale in Shanghai Aldi öffnet seine Türen in China

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(Foto: imago/Sven Simon)

Im internationalen Wettrennen mit Konkurrent Lidl streckt Aldi Süd seine Fühler in Richtung China aus. Nach einem Online-Shop folgen nun erste Filialen. Doch der deutsche Discounter muss bei seinen Kunden im Reich der Mitte mit anderen Mitteln punkten.

Der Discounter Aldi eröffnet in wenigen Tagen seine ersten Filialen in China. Demnach startet Aldi Süd in der kommenden Woche zwei Pilot-Filialen in dem Land. Wo genau die Filialen betrieben werden sowie weitere Details, verriet der Konzern nicht. Zuvor hatten die "Lebensmittel Zeitung" und das "manager magazin" über eine erste an den Start gehende Filiale in der Metropole Shanghai berichtet. "Das ist ein weiterer Schritt im Wettrennen von Aldi und Lidl weltweit", sagte Handelsexperte Matthias Queck von LZ Retailytics. Außerhalb Europas sei Aldi Süd mit der Expansion insbesondere in den USA und Australien in dem Wettrennen unbestritten vorn, erklärte er.

Doch gerade das stationäre Geschäft in China ist kein Selbstläufer. Aus diesem Grund startete Aldi Süd dort auch im Jahr 2017 zunächst nur online. Es sei zu vermuten, dass Aldi Süd sich zunächst vorsichtig vortaste mit auffällig wenigen Filialen, um das Konzept zu testen, meinte Queck. Sollte es sich als erfolgreich erweisen, wäre Aldi Süd dann in der Lage, in kürzester Zeit kräftig in die Expansion zu investieren. Das Modell von zwei Pilot-Filialen spreche für diesen Weg.

Nun soll Aldi Süd in Shanghai schon eine erste Ladenfläche belegt haben. Die Eröffnung ist laut "manager magazin" für den 7. Juni geplant. Dabei präsentiere sich der deutsche Discount-Pionier deutlich höherwertiger, schreibt die "Lebensmittel Zeitung". Der Flagship-Store wird den chinesischen Kunden neben den gewohnten Aldi-Produkten auch frischen Fisch von einer großen Theke bieten. Der Händler setzte zudem stark auf die von den Chinesen sehr geschätzte Importware aus Europa. Durch diesen Fokus soll eine wohlhabendere Kundenschicht angesprochen werden. Insofern sei das Geschäft in China nicht vergleichbar mit dem Massengeschäft des Discounters in anderen Ländern.

In einem ersten Schritt sollen mit diesem Konzept mindestens zehn Märkte in China eröffnet werden. Mittelfristig könnten es dann zwischen 50 und 100 Filialen werden, um die zentralen Strukturen wirtschaftlich auszulasten. Aldi Süd ist inklusive seiner China-Aktivitäten in elf Ländern mit über 6240 Filialen vertreten. Die Mülheimer Unternehmensgruppe hat weltweit rund 149.000 Mitarbeiter. Das Essener Schwesterunternehmen Aldi Nord ist nach eigener Darstellung in neun Ländern aktiv.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa

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