Wirtschaft

Erneuerbare Energien Altmaier bereitet auf Subventionsende vor

28933243.jpg

"Die Ausbaukosten für Windkraft an Land haben sich halbiert."

picture alliance / dpa

Peter Altmaier erwartet, dass die Ökostrom-Produzenten in vier bis fünf Jahren ihre Wettbewerbsfähigkeit erreichen. Der Bundeswirtschaftsminister geht dann von einer Streichung der Subventionen für die Branche aus.

Ökostrom-Produzenten werden nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier schon in wenigen Jahren ohne staatliche Subventionen auskommen. "Ich gehe davon aus, dass die erneuerbaren Energien in absehbarer Zeit, das heißt in den nächsten vier bis fünf Jahren, ihre Wettbewerbsfähigkeit vollständig erreicht haben und dass wir dann imstande sein werden, erneuerbare Energien ohne zusätzliche Subventionen zu finanzieren", sagte der CDU-Politiker bei der internationalen Energiekonferenz in Berlin.

Die Ausbaukosten zum Beispiel für Windkraft an Land hätten sich halbiert, sagte Altmaier. "Heute ist der Ausbau der erneuerbaren Energien zu einem Bruchteil möglich als in der Vergangenheit." Altmaier sagte, die deutsche Energiewende werde in vielen Ländern der Welt bewundert. Aus der Energiewende solle ein "Geschäftsmodell" werden.

Der Minister bekräftigte außerdem, er wolle den Netzausbau in Deutschland beschleunigen. "Wir haben es geschafft, in den letzten Jahren die Kosten für erneuerbare Energien zu senken, wir haben es geschafft, den Ausbau besser zu organisieren, marktwirtschaftlich zu machen. Jetzt müssen wir erreichen, dass überall Leitungen gebaut werden." Dies sei ein Schwerpunkt der Bundesregierung, in Zusammenarbeit mit Ländern und Kommunen.

"Wir waren bereit in den letzten Jahren, auch stärker Erdverkabelungen zu akzeptieren. Wir wollen Genehmigungsverfahren beschleunigen und wir wollen deutlich machen: Die Energiewende kann nur funktionieren, wenn die notwendigen Leitungen vorhanden sind", sagte Altmaier weiter.

Kein schneller Ausstieg aus Kohle

Zudem strebt Altmaier kein rasches Abschalten von Kohlekraftwerken in Deutschland an. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung werde nicht "zwei, drei Jahre dauern, sondern viel länger", sagte er. Bis 2030 wolle Deutschland die Stromproduktion aus Kohle halbieren, erklärte Altmaier. Im Pariser Klimaschutzabkommen hat sich die Bundesrepublik verpflichtet, bis zur Mitte des Jahrhunderts fossile Brenn- und Kraftstoffe aus der Energieerzeugung zu verbannen. Grüne und Umweltverbände drängen die große Koalition dazu, das Ziel schneller zu anzugehen. Kohlekommission soll Vorgaben erstellen

Eine Kohlekommission soll nun bis Ende des Jahres Empfehlungen erarbeiten, wie und wann die mit Kohle befeuerten Turbinen vom Netz gehen müssen. Der Minister erinnerte daran, dass sich Deutschland neben der Kohle auch aus Atomkraft verabschiede, was die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft wegen hoher Strompreise belaste. Um die Besetzung und Leitung der Kommission hat es zwischen den Ministerien Rangeleien gegeben. Umweltministerin Svenja Schulze forderte eine stärkere Rolle für sich.

Quelle: n-tv.de, wne/dpa/DJ

Mehr zum Thema