Wirtschaft

Wegen Lieferengpässen Altmaier will mehr Fichten fällen lassen

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Viele Fichtenbestände landen als Schadholz im Sägewerk.

(Foto: imago images/A. Friedrichs)

Borkenkäfer, Trockenheit und Stürme setzen den Fichtenwäldern zu, lange sind die Holzlager deshalb übervoll. Dann dezimiert der Bauboom die Bestände im Eiltempo. Nun will das Bundeswirtschaftsministerium auch gesunde Bäume fällen lassen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will dem drastischen Preisanstieg und Lieferengpässen beim Bauholz entgegenwirken. Dazu schlägt er vor, wieder mehr gesunde Fichten in Deutschland zu fällen. Die derzeit geltende Beschränkung für den Einschlag von Fichtenholz solle "schnellstmöglich" rückgängig gemacht machen, heißt es in einem Papier, über das zunächst die "Rheinische Post" berichtete.

Altmaier dringe auf eine Einigung mit den zuständigen Ressorts noch in dieser Legislaturperiode. Ein Verzicht auf Konventionalstrafen sei sinnvoll, wenn die Rohstoffknappheit kausal für eine verzögerte Leistung sei, so der CDU-Politiker. Außerdem heißt es in dem Papier: "Zusätzlich zur Verbesserung der Versorgung mit Holz und Holzprodukten aus heimischem Anbau werden wir uns bei Holz exportierenden Ländern dafür einsetzen, dass internationale Handelshemmnisse abgebaut werden."

"Wir haben es bei Nadelschnittholzprodukten mit Preissteigerungen von durchschnittlich rund 100 Prozent innerhalb der Jahresfrist zu tun", schreibt das Ministerium. Bauunternehmen, die bislang Holz just in time für konkrete Aufträge eingekauft hätten, könnten trotz guter Konjunktur keine neuen Aufträge mehr annehmen. Lieferengpässe sowie Preisanstiege seien auch für andere Baustoffe zu verzeichnen.

Große Schadholzmengen

Die Ursachen für diese Entwicklungen seien vielschichtig. "Waldschäden und Borkenkäferbefall reduzieren die Frischholz- und erhöhen die Schadholzmengen drastisch." Die Sägewerke hätten aufgrund der Schadholzmengen ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Hinzu kämen politische Faktoren, die den internationalen Handel mit Holz als Rohstoff bremsen, sowie Corona-bedingte Reduzierungen der Produktion und Störungen in den Lieferketten. "Wir müssen diesen krisenhaften Entwicklungen, die Bauindustrie, Bauhandwerk und Holzwirtschaft betreffen, entschlossen entgegentreten."

Nach einer Rechtsverordnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, die nach Zustimmung des Bundesrats im April in Kraft trat, dürfen Waldbesitzer und Forstbetriebe im laufenden Wirtschaftsjahr bis Ende September nicht mehr so viel Fichtenholz wie zuvor einschlagen - nur noch maximal 85 Prozent der durchschnittlichen Erntemenge der Jahre 2013 bis 2017.

Wegen einer Borkenkäferplage, Trockenheit und Stürmen mussten in den vergangenen Jahren sehr viele Fichten geschlagen werden, Folge waren übervolle Holzlager und Preisverfall. Die Verordnung sollte helfen, die Preise zu stabilisieren. Die Waldbesitzer bekamen für die Einschränkungen Steuererleichterungen. Inzwischen hat sich die Lage jedoch umgekehrt, die Baubranche klagt nun über Holzmangel.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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