Wirtschaft

Trump sei Dank Amazon macht Jeff Bezos immer reicher

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Jeff Bezos.

(Foto: REUTERS)

Die US-Tech-Firmen halten weiter Wort und liefern starke Unternehmensergebnisse ab. Amazon-Gründer Jeff Bezos freut sich nun erstmals über einen Milliardengewinn - und bleibt der reichste Mensch.

Die US-Unternehmen profitieren kräftig von der Trump'schen Steuerreform. So fuhr Amazon zum ersten Mal in einem Quartal einen Milliardengewinn ein, knapp 790 Millionen Dollar sind durch die Unternehmenssteuersenkung von 35 auf 21 Prozent zustande gekommen. Doch Amazon hat noch mehr vorzuweisen, da ist beispielsweise ein deutlich stärker als erwartetes Wachstum seiner Cloud-Sparte. Das fiel so stark aus, dass Spekulationen über einen Spin-Off aufkamen, schließlich plant Amazon ja, neben Seattle eine zweite Zentrale in den USA zu bauen. Amazon verneinte aber jegliche Abspaltungsideen.

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Das Kerngeschäft brummt auch und Amazon-Gründer und Großaktionär Jeff Bezos bleibt damit laut der "Bloomberg"-Milliardärsliste der reichste Mensch. Zuvor hatten Microsoft und Facebook ebenfalls hervorragende Unternehmensergebnisse abgeliefert, was die Aktien auf neue Rekordstände klettern ließ. Entsprechend wuchs auch das Vermögen ihrer Gründer Bill Gates und Mark Zuckerberg.

Mit geschätzt mehr als 120 Milliarden Dollar ist Bezos die Nummer eins vor Bill Gates mit einem Vermögen von rund 95 Milliarden. Zuckerberg liegt auf Platz 4 mit rund 80 Milliarden Dollar. Zwischen ihnen findet sich Star-Investor Warren Buffett, der 94 Milliarden auf die Waage bringt. Doch Bezos bleibt unangefochten an der Spitze: Allein im starken Januar nahm sein Vermögen durch Aktienkurssteigerungen um knapp 20 Prozent oder 17 Milliarden Dollar zu.

Supermarkt ohne Kassen

Und da ist durchaus noch Luft nach oben. Bezos plant mit Amazon weitere Investitionen, insbesondere im Bereich der Logistik- und Datenzentren sowie der Produktentwicklung. Details nannte der Konzern zwar nicht; das ist gängige Praxis eines Unternehmens, das immer nur das Notwendigste von sich gibt. Doch diese Erklärungen zeigen, dass Amazon nicht nur im Online-Handel Spitze sein will, sondern auch im stationären Handel.

Dahin ist es aber noch ein weiter Weg, doch mit der Übernahme der US-Biosupermarktkette Whole Foods ist ein Anfang gemacht. Immerhin trug der Bereich bereits signifikant zum Quartalsumsatz der "physischen" Geschäfte bei, die einen Umsatz von 4,5 Milliarden Dollar erreicht haben. Außerdem eröffnete Amazon jüngst in Seattle einen völlig neuartigen Lebensmittelladen, der ohne Kassen und Verkäufer auskommt.

Mit Buffett hat Bezos nicht nur einen Spitzenplatz in der Geldrangliste gemein, sondern bald wohl auch ein Unternehmen. Denn zusammen mit Buffetts Investment-Vehikel Berkshire Hathaway und der Bank JP Morgan will Amazon ein Gesundheitsunternehmen gründen, um die steigenden Gesundheitskosten für die Angestellten zu begrenzen. In den USA ist das Thema Krankenversicherung ein überaus wichtiges Thema.

Das Unternehmen soll kein Geld verdienen. Ziel ist, den Mitarbeitern eine bessere medizinische Versorgung zu ermöglichen. Gelingen soll das, indem durch die Bündelung bessere Preise und Leistungen ausgehandelt werden können. Möglicherweise ist Bezos auch hier ein Vorreiter, so wie er es bereits im Online-Handel gewesen ist.

Quelle: n-tv.de

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