Wirtschaft

Aus für Drittanbieter Amazon macht "Marktplatz" in China dicht

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Aus dem Online-Shopping-Portal Joyo.com wurde 2011 Amazon China.

(Foto: REUTERS)

Die Konkurrenz der Onlinehändler auf dem chinesischen Markt ist groß. Nun gibt Amazon seine Marktplatzfunktion auf. Das Geschäft mit Drittanbietern ist dort für das US-Unternehmen nicht profitabel und hat kaum Wachstumschancen. Dafür gibt es einen bestimmten Grund.

Der Online-Händler Amazon will sein Angebot in China einschränken. Amazon werde den sogenannten Marktplatz aufgeben, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Damit werden Kunden in China nicht mehr über Amazon Waren von Drittanbietern beziehen können. Die Webseite amazon.cn werde aber weiterhin bestehen, ebenso wie die Möglichkeiten, Online-Inhalte zu erwerben. Auch der Cloud-Dienst Amazon Web Services bleibe erhalten.

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Der US-Konzern werde in den kommenden 90 Tagen Dienstleistungszentren schließen und die Zusammenarbeit mit chinesischen Verkäufern verringern, die ihre Waren in China anbieten. Amazon weicht damit offenbar der Dominanz der chinesischen Online-Händler Alibaba und JD.com. Nach einer Untersuchung der Verbraucher-Analysten von iResearch Global beherrschen die chinesischen Firmen knapp 82 Prozent des Online-Handels in der Volksrepublik.

"Sie ziehen sich zurück, weil es nicht profitabel ist und nicht wächst", erklärte Analyst Michael Pachter von Wedbush Securities. Gegenüber den Konkurrenten auf dem asiatischen Markt steht Amazon vor einem großen Problem. Kunden würden Tmall oder JD bevorzugen, weil Amazon nicht in der Lage ist, Produkte entsprechend schnell zu verschiffen. Amazon hatte 2004 das chinesische Online-Shopping-Portal Joyo.com für 75 Millionen Dollar gekauft und 2011 in Amazon China umbenannt.

Quelle: n-tv.de, mba/rts