Wirtschaft

Investieren in Edelsteine Anleger setzen auf Anti-Bitcoins aus der Natur

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Klassiker unter den Farbedelsteinen: Ein Rubin aus Myanmar.

(Foto: REUTERS)

In der Corona-Krise steigt die Nachfrage nach Edelsteinen, einer der ältesten Geldanlagen überhaupt. Die Naturschönheiten lassen manchen kühl kalkulierenden Investor zum begeisterten Sammler werden. Bei Kauf und Handel sollten sich Anleger aber professionelle Unterstützung holen.

"Auf die Schnelle reich werden Sie mit Edelsteinen nicht", warnt Thomas Schröck. Was der Wiener Edelsteinhändler anbietet, ist eine, wenn nicht sogar die älteste Wertanlageform der Menschheit und in vieler Hinsicht das Gegenteil aktuell gehypter Geldanlagen wie Kryptowährungen, digitalen Sammelbildern oder sogenannten Meme-Aktien: Die Chance auf exponentielle Steigerungsraten ist ebenso gering wie das Risiko eines weitgehenden Wertverlustes. Naturedelsteine seien als Inflationsschutz und Stabilitätsanker vor allem zur Diversifikation im Portfolio geeignet, erläutert Schröck im Gespräch mit ntv.de. Gemeinsam haben die schönen Steine mit Bitcoin und anderen alternativen Geldanlagen allerdings, dass die Nachfrage danach zuletzt stark gestiegen ist. "Mit Beginn des ersten Lockdowns in der Corona-Krise ist das Kundeninteresse sprunghaft angestiegen", erzählt Schröck, der Farbedelsteine wie Saphire, Rubine, Smaragde und andere über thenaturalgem.com vertreibt.

Die Attraktivität von Edelsteinen liegt für viele Anleger darin, dass es sich um einen Sachwert handelt, der viel leichter zu transportieren und zu lagern ist, als das bei Investoren bekanntere Gold. Zehntausende oder gar Millionen Euro teure Steine lassen sich - theoretisch - in der Hosentasche transportieren und im heimischen Safe lagern. Kein Edelmetall oder anderer Gegenstand hat eine vergleichbar hohe Wertkonzentration in so geringer Masse. Zudem sind Edelsteine unempfindlich gegen Hitze oder Feuchtigkeit und bedürfen keinerlei Pflege.

Gleichzeitig sind die Natursteine für die meisten ihrer Besitzer aber viel mehr als nur ein praktischer Wertspeicher. Kein Stein ist austauschbar, jeder hat von Natur aus einzigartige Merkmal in Struktur, Farbe und Form. Selbst Kunden, die zunächst rein rational an die Sache herangehen und sich lediglich für den per Zertifikat bestätigten Wert ihrer Rubine und Smaragde interessierten, würden nach und nach oft zu begeisterten Sammlern, erzählt Schröck.

Laien können Wert nicht ermitteln

Mit dieser Einzigartigkeit der Steine hat auch ihr großer Nachteil als Geldanlage zu tun. So einfach wie bei Wertpapieren oder Edelmetallen lässt sich für Laien ihr Wert nicht ermitteln. Ihr Handel ist vergleichsweise kompliziert. Für den Preis sind neben der Sorte des Steins Größe, Klarheit, Farbintensität und auch die Herkunft entscheidend. Auskunft darüber geben Zertifikate unabhängiger gemmologischer Labore. Für wertvolle Steine lohnt es sich auch mehrere davon einzuholen.

Auch dafür, das angelegte Geld wieder flüssig zu machen, müssen die Anleger Zeit einplanen, um sich Angebote von Edelsteinhändlern einzuholen oder die Steine versteigern zu lassen. Ein Verkauf ohne Verlust ist ohnehin in der Regel erst nach einigen Jahren möglich. Denn beim Edelsteinkauf von Privatpersonen wird Mehrwertsteuer fällig. "Legen wir eine durchschnittliche Wertsteigerung je nach Edelsteinart von vier bis acht Prozent zugrunde, wie es in den vergangenen 25 Jahren der Fall war, sollte man ein Edelsteinportfolio also mindestens vier oder fünf Jahre halten", rät Schröck. Dafür sind Gewinne aus dem Verkauf einkommensteuerfrei, sofern der Verkäufer die Steine mehr als ein Jahr besessen hat.

Schröck empfiehlt seinen Kunden, die gewünschte Anlagesumme nicht in einen einzelnen, sondern in ein Portfolio aus zwei oder mehreren Steinen anzulegen. So kann man bei Bedarf auch Teile davon verkaufen. Zudem entwickeln sich die Preise verschiedener Steine durchaus unterschiedlich. Auch bei Edelsteinen müssen sich Anleger für eine Strategie entscheiden. Soll es ein relativ teurer Stein aus einem der traditionellen Herkunftsländer sein, etwa ein Saphir aus Burma? Oder lieber ein vergleichsweise günstigerer Stein aus einem noch neueren Exportland wie Mosambik, der - möglicherweise - mehr Potenzial für Wertsteigerungen bietet.

Quelle: ntv.de

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