Wirtschaft

Begehrte StaatsanleihenAnleger werfen Griechenland das Geld nach

13.01.2026, 16:19 Uhr
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Athen ist wieder eine respektable Adresse am Finanzmarkt. (Foto: picture alliance / ANE / Eurokinissi)

Griechenland zapft den Kapitalmarkt an. Und während vor wenigen Jahren die Geldgeber gezwungen werden mussten, Athen zu finanzieren, breiten sie inzwischen bereitwillig ihr Angebot aus.

Im einst von der Staatspleite bedrohten Griechenland stehen die Investoren inzwischen Schlange: Die erste Anleihe-Auktion des Jahres stieß auf eine Rekordnachfrage. Für eine neue zehnjährige Staatsanleihe gingen Gebote im Volumen von 51 Milliarden Euro ein, wie die mit dem Schuldenmanagement des Landes beauftragte Finanzagentur mitteilte. Das Land sammelte dabei vier Milliarden Euro ein und deckt damit bereits rund die Hälfte seines für dieses Jahr geplanten Kreditbedarfs von acht Milliarden Euro. Der geringe Risikoaufschlag von 0,58 Prozentpunkten signalisiert das wiedergewonnene Vertrauen am Finanzmarkt.

Das enorme Interesse der Anleger ist das Ergebnis der deutlichen Konjunkturbelebung. "Die hohe Nachfrage spiegelt die starke Verbesserung der wirtschaftlichen Fundamentaldaten des Landes und den schnellen Abbau der Staatsverschuldung wider", sagte Analyst Takis Zamanis vom Vermögensverwalter Beta Securities. Seit Griechenland Ende 2023 von Ratingagenturen die Bonitätsnote "Investment Grade" zurückerhielt, was für ein geringeres Ausfallrisiko steht, sind die Anleihen für Investoren wieder attraktiv.

Die griechische Wirtschaft soll in diesem Jahr mit 2,4 Prozent doppelt so stark wachsen wie der Durchschnitt der Eurozone. Zudem wird ein Primärüberschuss – ein Haushaltsplus ohne Zinszahlungen – von 2,8 Prozent erwartet. Während der schweren Schuldenkrise der Jahre 2009 bis 2018 hatte das Land kurz vor dem Austritt aus dem gemeinsamen Währungsraum gestanden.

Es erholt sich inzwischen von der Finanzkrise, die es nur durch drei internationale Rettungspakete im Gesamtumfang von rund 280 Milliarden Euro überstehen konnte. Als Zeichen der neuen Stärke plant die Regierung, noch in diesem Jahr Kredite aus dem ersten Rettungspaket in Höhe von rund fünf Milliarden Euro vorzeitig zurückzuzahlen.

Obwohl die Staatsverschuldung mit erwarteten 138,2 Prozent der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr die höchste in der Eurozone bleiben dürfte, ist sie seit 2020 um mehr als 45 Prozentpunkte gesunken. Zudem verfügt Griechenland über ein Finanzpolster von rund 41 Milliarden Euro, mit dem es seinen Finanzierungsbedarf für mindestens drei Jahre ohne Zugang zu den Märkten decken könnte.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

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