Wirtschaft

Dow Jones schließt im Minus Anleger zittern vorm Zinsentscheid

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Auf die Stimmung der Anleger schlug die zweite Gewinnwarnung von Walmart binnen zwei Monaten.

(Foto: AP)

Der nächste Zinsschritt der Fed wird wohl größer ausfallen als gedacht, was die Börsianer verunsichert. Zudem sorgt der Einbruch der Walmart-Aktie für weitere Kursstürze bei Einzelhändlern wie Amazon. Coca-Cola kann sich hingegen über ein sattes Plus freuen.

Ein möglicher Rückschlag für die US-Wirtschaft durch eine nachlassende Kauflaune der Verbraucher macht der Wall Street zu schaffen. Darüber hinaus schürte der nahende Zinsentscheid der Notenbank Fed die Anspannung unter Investoren. Der US-Standardwerteindex Dow Jones fiel um 0,71 Prozent auf 31.761,54 Punkte. Der breit gefasste S&P 500 fiel um 1,15 Prozent auf 3921,05 Punkte, der technologielastige Nasdaq gab um 1,87 Prozent nach und schloss bei 11.562,57 Punkten.

Auf die Stimmung der Anleger schlug die zweite Gewinnwarnung von Walmart binnen zwei Monaten. "Das ist keine Überraschung", sagte Eugenio Aleman, Chef-Volkswirt des Vermögensberaters Raymond James. Bei hoher Inflation würden Verbraucher wählerischer beim Konsum. "Sie reduzieren die Käufe von Ermessensartikeln zugunsten von Notwendigem." Die reduzierten Ziele brockten der Aktie von Walmart ein Kursminus von 7,47 Prozent ein. In ihrem Sog rutschten die Titel anderer Einzelhändler wie Amazon oder Target um bis zu fünf Prozent ab.

Walmart
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Beim Thema Geldpolitik gilt unter Börsianern als sicher, dass die Fed am Mittwoch den Leitzins erneut um 0,75 Prozentpunkte anheben wird. Daher richtet sich das Augenmerk auf den Ausblick. "Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Zentralbank eine Rezession will, da sie sich negativ auf die Preise auswirken würde", sagte Frederic Leroux, Anlage-Experte beim Vermögensverwalter Carmignac. Aus diesem Grund werde sie ihr Zinserhöhungstempo wohl vorerst beibehalten. Das wäre für einige Investoren ein Schock, da diese für September auf einen kleineren Schritt von einem halben Prozentpunkt gehofft hätten.

Hitze sorgt für Preisanstieg von Gas

Parallel dazu stieg der Preis für US-Erdgas zeitweise um knapp zwölf Prozent auf ein 14-Jahres-Hoch. Neben den reduzierten Lieferungen Russlands nach Europa treibe die Aussicht auf eine anhaltende Hitzewelle in den USA die Preise, schrieben die Analysten der Beratungsfirma EBW Analytics. Sie verstärkt den Strombedarf für Klimaanlagen, der in einigen US-Bundesstaaten bereits Höchststände erreicht hat. Außerdem weichen Versorger wegen rekordhoher Kohlepreise zunehmend auf Erdgas als Energieträger aus. Die US-Rohölsorte WTI konnte ihre Anfangsgewinne nicht halten und gab ein knappes Prozent auf 95,03 Dollar je Barrel (159 Liter) nach. Im Kampf gegen die hohen Energiepreise wollen die USA weitere 20 Millionen Barrel Rohöl aus ihrer strategischen Reserve auf den Markt werfen. In den vergangenen Monaten hat das Land bereits 125 Millionen Barrel aus staatlichen Beständen verkauft.

Coca-Cola
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Am Aktienmarkt gehörte Coca-Cola mit einem Kursplus von 1,35 Prozent zu den Favoriten. Der Getränkehersteller hob dank einer robusten Nachfrage seine Umsatzziele für das Gesamtjahr an. Außerdem hätten die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal die hohen Erwartungen übertroffen, lobte Analyst Kevin Grundy von der Investmentbank Jefferies. Hierzu hätten sämtliche Sparten und Regionen beigetragen. 3M bescherte die geplante Abspaltung der Gesundheitssparte den größten Kurssprung seit zweieinhalb Jahren. Die Titel des Mischkonzerns, der unter anderem "Post-It"-Klebezettel anbietet, stiegen um 4,84 Prozent. Im abgelaufenen Quartal ging der Gewinn den Angaben zufolge wegen der Corona-Lockdowns in China zwar zurück, blieb aber über den Markterwartungen.

Quelle: ntv.de, lve/rts

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