Wirtschaft

"Trump & Dump" App macht Kasse mit Präsidenten-Tweets

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Ein Bot soll jeden Tweet des US-Präsidenten in Sekundenschnelle auswerten.

(Foto: Youtube)

Mit seinen Twitter-Nachrichten hat US-Präsident Trump bereits die Aktienkurse mehrerer großer Konzerne ins Wanken gebracht. Ein US-Unternehmen hat eine App entwickelt, die genau das zu Geld machen soll.

US-Präsident Donald Trump hat mit seinen wütenden Tweets bereits die Aktienkurse mehrerer Konzerne in den Keller rauschen lassen. Zu spüren bekamen das zum Beispiel die Luftfahrt- und Rüstungskonzerne Boeing und Lockheed Martin. Die Boeing-Aktie kam ins Straucheln, als Trump die Kosten für die neue Präsidentenmaschine Air Force One kritisierte. Bei Lockheed Martin war es präsidiale Kritik am neuen Kampfjet F-35. Auch die Aktien der Autokonzerne Toyota, General Motors und Ford brachen ein, als der US-Präsident diese wegen ihrer Fabriken in Mexiko ins Visier nahm.

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Abrutschende Börsenkurse können Anlegern herbe Verluste bescheren. Allerdings kann man mit fallenden Kursen auch Geld machen - wenn man mit ihnen rechnet. Und zwar mit Leerverkäufen, was in der Finanzwelt auch "Short gehen" genannt wird. Hierbei leiht sich der Anleger eine Aktie und verkauft diese zum Marktwert. Erst zu einem späteren Zeitpunkt muss der Anleger die Aktie zurückgeben, der Leerverkauf wird dann eingedeckt. Wenn die Aktie im Wert gesunken ist, muss der Anleger weniger Geld für ihren Ankauf aufbringen als er beim Verkauf eingenommen hat. Die Differenz ist sein Gewinn.

Doch damit Anleger Leerverkäufe nutzen können, um mit Trump-Tweets Geld zu machen, müssen sie schon sehr schnell sein. Die US-Technologie- und Marketingfirma T3 hat deshalb ein Programm namens "Trump & Dump" (etwa "Trump & Abstoßen") entwickelt, das die Äußerungen Trumps im Kurzbotschaftendienst Twitter zu börsennotierten Firmen in Sekundenschnelle analysiert und je nach Inhalt Aktien der betroffenen Unternehmen automatisch abstößt - oder auch kauft.

Gewinne an Tierschützer gespendet

"Alle fragen sich, wie sie mit der Unvorhersehbarkeit von Trumps Tweets umgehen sollten", sagte T3-Chef Ben Gaddis. "Trump & Dump" soll es Anlegern ermöglichen, vor anderen Spekulanten darauf zu reagieren, wenn Trump mal wieder eine Firma aufs Korn nimmt, weil sie etwa im benachbarten Mexiko produziert.

Die im texanischen Austin ansässige Firma T3 selbst hat durch das Programm nach eigenen Angaben bislang zweimal "große Gewinne" und einmal einen "kleinen" Verlust gemacht. Die Gewinne spendete T3 an die Amerikanische Gesellschaft für die Verhinderung von Grausamkeit gegen Tiere (ASPCA). "Wenn Trump jetzt also twittert, retten wir einen Hundewelpen", heißt es in einem Firmenvideo.

Quelle: ntv.de, kst/AFP