Wirtschaft

Wirtschaftsmotor stottert noch Arbeitslosenanträge in USA steigen wieder

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Erneut haben mehr Menschen in den USA Arbeitslosenhilfe beantragt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den USA zurzeit wichtige Wahlkampfmunition. Geht sie herunter, versucht dies Präsident Trump für sich zu nutzen. Doch nun ist sie überraschenderweise nach oben geschnellt.

In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung wider Erwarten gestiegen. In der Woche zum 15. August wuchs diese im Vergleich zur Vorwoche auf saisonbereinigter Basis um 135.000 auf 1.106.000, wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang auf 923.000 vorhergesagt.

Für die Vorwoche wurde der Wert nach oben revidiert, auf 971.000 von ursprünglich 963.000. Der gleitende Vierwochendurchschnitt verringerte sich gegenüber der Vorwoche um 79.000 auf 1.175.750. In der Woche zum 8. August erhielten 14,844 Millionen Personen Arbeitslosenunterstützung. Dies war eine Abnahme gegenüber der Vorwoche um 636.000. Die Zahl der Erstanträge ist ein wichtiger Indikator für den Zustand der US-Wirtschaft. Geht sie hoch, deutet das auf Probleme hin, zumal der private Konsum die wichtigste Stütze der Konjunktur ist.

Gerade nach dem Wirtschaftseinbruch infolge des Corona-Lockdowns hoffen viele Amerikaner auf eine baldige Erholung, auch weil es nur geringfügige soziale Sicherungssysteme gibt und weil sich Republikaner und Demokraten bislang nicht auf ein weiteres Hilfspaket in Washington einigen konnten. Die Notenbank Fed hatte am Mittwoch darauf verwiesen, dass die Wirtschaft ohne staatliche Hilfe nur schwer wieder in Gang kommen dürfte.

Für Präsident Donald Trump ist die Wirtschaft eines der wichtigsten Wahlkampfthemen. Er wirbt damit, vor der Pandemie eine starke Ökonomie "gebaut" zu haben, und verspricht, dies nach der Wahl wieder zu tun. Je früher die Erholung einsetzt, desto glaubwürdiger dürfte dies seinen Sympathisanten erscheinen. In Umfragen liegt Trump derzeit klar hinter dem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Allerdings hat der Amtsinhaber noch knapp drei Monate bis zum Wahltermin am 3. November Zeit aufzuholen.

Quelle: ntv.de, vpe/DJ