Wirtschaft

Positiv überrascht Athen nähert sich der nächsten Hilfszahlung

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Athen erfüllt zur Überraschung vieler fast alle Auflagen.

(Foto: REUTERS)

Das war bislang selten aus Athen zu hören: Die internationalen Gläubiger zeigen sich angetan von Griechenlands Umsetzung der geforderten Reformen. Und so wird zu Wochenbeginn wohl die nächste Tranche freigegeben.

Das hochverschuldete Griechenland kann auf grünes Licht für frisches Geld der Euro-Partner aus seinem milliardenschweren Rettungsprogramm hoffen. Mehrere Vertreter der Eurozone äußerten sich positiv zu den Reformbemühungen Athens, die Voraussetzungen für die Auszahlung der nächsten Tranche sind. Einen Grundsatzbeschluss könnten demnach möglicherweise bereits die Euro-Finanzminister bei ihrem Treffen zu Wochenbeginn in Brüssel treffen. Diplomaten zufolge geht es um etwa 6,7 Milliarden Euro.

Das mehrfach vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber. 2015 vereinbarte Athen mit den Euro-Partnern ein drittes Hilfspaket über bis zu 86 Milliarden Euro. Die schrittweise Auszahlung ist an Bedingungen geknüpft.

Die Eurostaaten seien "positiv überrascht", was die Umsetzung der zuletzt verlangten Reformmaßnahmen angehe, sagte ein Diplomat. Sie attestierten Griechenland nach Angaben griechischer Medien fest, 89 von 113 geforderten Reformen erfüllt zu haben. Die Lage sei aber "noch im Fluss" und die Zahl der ausstehenden Reformen werde sich bis Montag voraussichtlich "weiter verringern", berichtet AFP derweil aus Diplomatenkreisen.

"Wir sind fast da", sagte seinerseits ein hochrangiger Vertreter der Eurozone. "Fast alles wurde gemacht." Sollte es bis Montag noch "zwei oder drei fehlende Maßnahmen" geben, "können wir damit umgehen". Schon in der Vergangenheit wurde dann ein Grundsatzbeschluss für die Auszahlung mit der Aufforderung an Athen gefasst, den Rest nachzuliefern.

Mit der Auszahlung der Gelder wird ab der zweiten Februar-Hälfte in mehreren Teiltranchen gerechnet. Davor muss noch das Direktorium des Eurorettungsfonds ESM zustimmen, in dem gleichfalls Vertreter der Euro-Mitgliedstaaten sitzen. Das dritte griechische Hilfsprogramm endet im August. Die Eurostaaten hoffen, dass Athen dann finanziell wieder auf eigenen Beinen stehen kann.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP