Wirtschaft

Euphorie nach Tsipras-Angebot Athener Börse steigt wie entfesselt

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Am Anleihemarkt sorgt der Anstieg der Kurse bei den Renditen für einen kräftigen Rückgang.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Hoffnung auf ein Ende des griechischen Schuldendramas sorgt auch an der Athener Börse für Kauffreude. Um teilweise mehr als acht Prozent legen die wichtigsten Indizes am Vormittag zu. Anders sieht es bei den griechischen Staatsanleihen aus.

Die Hoffnung auf eine Einigung im Schuldenstreit Griechenlands mit seinen Gläubigern beschert auch griechischen Aktien und Anleihen am Vormittag ein kleines Kursfeuerwerk. Am Athener Aktienmarkt schießt der FTSE/Athex 20 am Vormittag um mehr als acht Prozent nach oben. Allerdings ist das ein Plus auf vergleichsweise geringem Niveau: Mit derzeit knapp 220 Punkten hat der Index fast nur den halben Wert wie im Frühjahr 2014.

Am Anleihemarkt sorgt der Anstieg der Kurse bei den Renditen für einen kräftigen Rückgang: Die Zehnjahresrendite fällt von 12,6 Prozent am Freitag auf 11,7 Prozent. Darin spiegelt sich wider, dass ein Zahlungsausfall des schuldengeplagten Landes von den Akteuren an den Finanzmärkten für weniger wahrscheinlich gehalten wird.

Ausgelöst hat die Zuversicht eine am Wochenende von Griechenlands Ministerpräsident Tsipras vorgelegte Reformliste, die offenbar auf Seiten der Gläubiger gut ankommt. Die überarbeitete griechische Vorschlagsliste sei eine "gute Grundlage für Fortschritte" beim EU-Sondergipfel am Abend, hieß es in einer Twitter-Nachricht des deutschen Kabinettschefs von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Martin Selmayr. Das schürt Hoffnungen, dass beim Treffen der Eurogruppe am Mittag und dem Zusammenkommen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone am Abend ein Durchbruch erzielt wird.

Griechische Bank-Aktien erholen sich

Für Erleichterung sorgt auch, dass entgegen der Befürchtungen der vergangenen Tage die griechischen Banken geöffnet haben. Zum Ende der Vorwoche war die Angst umgegangen, dass den Banken das Geld ausgegangen sein könnte, weil die Griechen seit einigen Tagen täglich in Milliardenhöhe ihre Konten räumen. Wie zu hören ist, will die EZB angesichts dieses andauernden Abflusses von privaten Guthaben im Tagesverlauf erneut über die Notkredite (Ela) beraten, die die Banken derzeit noch mit Liquidität versorgen. Zuletzt war das Volumen dieser Kredite immer wieder erhöht worden. Auch das sorgt für Kauflaune am Aktienmarkt - insbesondere bei den Bankenaktien. Unter den Einzeltiteln verteuern sich Alpha Bank, National Bank, Eurobank und Piraeus Bank um 15 bis 17 Prozent.

Auch an den anderen Börsen in Europa nehmen die Anleger eine Einigung im Schuldenstreit, die zumindest einen Zeitgewinn bringt, quasi vorweg. Der Eurostoxx 50 und der Dax in Frankfurt steigen zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent. Die in unsicheren Zeiten als sicherer Hafen gesuchten deutschen Anleihen geben dagegen kräftig nach. Die Zehnjahresrendite steigt im Umkehrschluss von 0,76 am Freitag auf 0,84 Prozent.

Quelle: ntv.de, kst/DJ