Wirtschaft

Sanierungskonzept bei Opel Auch Rüsselsheim droht Stellenabbau

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Stellenabbau bei Opel: Am Standort Rüsselsheim trifft es nicht die Produktion, dafür aber das Entwicklungszentrum.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Während am Standort Eisenach der Abbau von Stellen befürchtet wird, gilt die Opel-Heimstätte Rüsselsheim als sanierungsresistent. Doch auch im Entwicklungszentrum soll Insidern zufolge Personal freigestellt werden - die Rede ist von Hunderten Mitarbeitern.

Im Streit um die Sanierung bei Opel stehen an den Standorten Rüsselsheim und Eisenach möglicherweise mehrere hundert Jobs auf dem Spiel. Dabei könnte das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim 2020 nur noch Arbeit für bis zu 5000 Mitarbeiter haben - derzeit sind es 7700. Das berichtet die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Insider. Im thüringischen Eisenach könnten demnach 2019 nur noch 900 statt derzeit 1800 Menschen arbeiten.

Der französische Eigentümer PSA und die Gewerkschaft IG Metall ringen derzeit um die Zukunft der Standorte. Am Donnerstag gab es an den drei Produktionsstandorten in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach Betriebsversammlungen, auf denen die Mitarbeiter über den aktuellen Stand der Verhandlungen über das Sanierungskonzept des Autobauers informiert wurden.

Die "Wirtschaftswoche" berichtete, dabei wurden auch Charts mit unterschiedlichen Szenarien für den kommenden Personalabbau gezeigt. Der geplante Abbau gehe an den Kern der Marke, zitierte das Magazin einen Betriebsratsvertreter.

IG Metall spricht von "Erpressung"

Die IG Metall wirft PSA mit Blick auf Eisenach "Erpressung" vor, wie es schon zuvor in Gewerkschaftskreisen geheißen hatte. Das Überleben des Standorts sowie Hunderte Arbeitsplätze stünden auf dem Spiel. Der Autobauer wolle nicht die nötigen Investitionen tätigen, um das Eisenacher Werk rentabel zu halten.

Das Management von Opel hatte vom Betriebsrat gefordert, die Erhöhung im Metall-Tarifvertrag von 4,3 Prozent für dieses Jahr stunden zu dürfen. Das lehnte der Betriebsrat ab. Daraufhin kündigte Opel-Chef Michael Lohscheller in einem Brief an die Mitarbeiter an, den Produktionsstart für ein elektrifizierbares Fahrzeug in Eisenach auf Eis zu legen.

Opel versucht derzeit unter dem Druck von PSA, seine Kosten massiv zu senken. Dazu legte der Konzern im Dezember Programme für Altersteilzeit und Vorruhestand sowie Ende März ein Programm für freiwillige Abfindungen auf. Außerdem hat Opel die Verträge mit 1600 Händlern europaweit gekündigt. Auch im Vertrieb will der Konzern weniger ausgeben. Die meisten der knapp 400 deutschen Händler sollen aber einen neuen Vertrag angeboten bekommen.

Quelle: ntv.de, mba/AFP