Wirtschaft

Rassismus-Debatte nur "Lärm" Aussage kostet Adidas-Managerin den Posten

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Mitarbeiter von Adidas forderten das Unternehmen auf, sich zu den Aussagen Parkins zu "positionieren".

(Foto: adidas)

Nach Vorwürfen an die weiß dominierte Führungsetage bemüht sich Adidas um ein besseres Image und mehr Vielfalt. Relativierende Aussagen über Rassismus aus dem letzten Jahr zwingen Personalchefin Karen Parkin nun zum Rücktritt. Sie mache den Weg frei für einen "Wandel".

Adidas-Personalchefin Karen Parkin nimmt nach Kritik an ihrem Umgang mit dem Thema Rassismus beim zweitgrößten Sportartikelhersteller der Welt den Hut. Der Aufsichtsrat habe ihr Rücktrittsgesuch als Arbeitsdirektorin zum Monatsende angenommen, teilte das Unternehmen mit.

Eine Gruppe von Mitarbeitern hatte sich nach einem Bericht des "Wall Street Journal" kürzlich über die 55-Jährige beschwert. Sie hatte im vergangenen Jahr bei einer internen Veranstaltung der US-Tochter Reebok Rassismus als "Lärm" abgetan, über den nur in Amerika debattiert werde, und gesagt, sie glaube nicht, dass Adidas ein Rassismus-Problem habe.

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Eine Entschuldigung von Parkin bezeichneten die Belegschaftsvertreter als unzureichend und forderten eine Untersuchung. "Um das Unternehmen zu einen, ist es besser, wenn ich mich zurückziehe und den Weg für einen Wandel bereite", begründete die Personalchefin nun ihren Rücktritt.

Der Tod des Afro-Amerikaners George Floyd durch Polizeigewalt hatte die Debatte um die Diskriminierung Schwarzer in den USA und weit darüber hinaus aufflammen lassen. Parkins Posten übernimmt interimistisch Vorstandschef Kasper Rorsted. Aufsichtsratschef Igor Landau erklärte, Adidas brauche nun einen "beschleunigten Wandel". Parkin arbeitet seit 23 Jahren für Adidas. Seit fünfeinhalb Jahren ist sie für das Management der 60.000 Adidas-Mitarbeiter weltweit verantwortlich. 2017 stieg sie in den Vorstand auf und war dort die einzige Frau.

Schon zuvor war der Dax-Konzern im Zuge der "Black Lives Matter"-Bewegung unter Druck geraten. Wie das "Handelsblatt" berichtete, haben Mitarbeiter der US-Zentrale das männlich und weiß dominierte Management aufgefordert, sich zu positionieren. Als Reaktion kündigte das Unternehmen an, dass in Zukunft 30 Prozent der Neueinstellungen in den USA Schwarze und Latinos sein müssen.

Quelle: ntv.de, mdi/rts