Wirtschaft

Gastro besonders betroffen Azubi-Zahlen auf "historischem Tiefstand"

Das Statistische Bundesamt zählte 2020 fast zehn Prozent weniger Verträge für eine Lehre in der dualen Berufsausbildung als im Jahr 2019.

(Foto: Martin Schutt/zb/dpa/Symbolbild)

Die Corona-Krise hinterlässt tiefe Spuren auf dem Ausbildungsmarkt: Im Jahr 2020 registriert das Statistische Bundesamt zum ersten Mal seit Beginn der Zählung weniger als 500.000 Neuverträge. Nachwuchs könnte nun vor allem den Branchen fehlen, die ohnehin stark von der Pandemie betroffen sind.

Die Corona-Krise hat zu einem historischen Rückgang der Ausbildungszahlen in Deutschland geführt. Im vergangenen Jahr wurden 465.700 Verträge für eine Lehre in der dualen Berufsausbildung geschlossen, das waren 47.600 oder 9,3 Prozent weniger als 2019, teilte das Statistische Bundesamt mit. Es handle sich um den größten prozentualen Rückgang seit dem Beginn der Zeitreihe 1977.

"Die Zahl der Neuverträge befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Noch nie seit Beginn der Statistik vor über 40 Jahren hat es in einem Jahr weniger als 500.000 neue Azubis gegeben", erklärte Rotraud Kellers aus dem für die Berufsbildungsstatistik zuständigen Referat im Statistischen Bundesamt. "Besonders deutlich gingen die Neuabschlüsse im Gast- und Verkehrsgewerbe zurück, also in sehr stark von den Corona-Maßnahmen betroffenen Branchen."

Im Ausbildungsbereich Industrie und Handel, zu dem das Gast- und Verkehrsgewerbe gehören, sank die Zahl der Neuabschlüsse 2020 am stärksten mit fast 12 Prozent oder 36.000 weniger neuen Azubi-Verträgen. Die größten Rückgänge gab es dort bei Tourismuskaufleuten mit fast zwei Drittel weniger neuen Ausbildungsverträgen (-61,1 Prozent), gefolgt von Hotelfachmännern- und -frauen (-31 Prozent) und Kochausbildungen (-19,8 Prozent).

Im Handwerk fiel der Rückgang bei den Lehrverträgen mit minus 6,5 Prozent oder 9000 weniger neuen Verträgen geringer aus. Während deutlich weniger junge Menschen eine Lehre zum Friseur oder zur Friseurin begannen (-18,6 Prozent), gab es mehr Verträge für Dachdecker (+3,9 Prozent), Zimmerer (+11,7) und Zweiradmechatroniker (+13,1), die aber bei den absoluten Zahlen wenig ins Gewicht fallen.

Quelle: ntv.de, mbe/dpa

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